Was hat das Köln des Jahres 1926 mit erfolgreichem Verkaufen im Jahr 2026 zu tun? Auf den ersten Blick vielleicht nicht allzu viel. Auf den zweiten erstaunlich viel. Denn ob vor 100 Jahren oder heute: Geschäfte werden zwischen Menschen gemacht. Und genau darum ging es beim bsw-Seminar mit Udo Herrmann.
Bevor allerdings verkauft, argumentiert und trainiert wurde, stand zunächst das Netzwerken auf dem Programm. Denn wer gemeinsam lernen will, darf am Vorabend ruhig schon einmal zusammen gelacht haben.
Brauhaus & Zeitmaschine
Man traf sich also ganz traditionell im Brauhaus. Bei gutem Essen, Kölsch und Gesprächen abseits von Baustellen, Angeboten und Termindruck zeigte sich schnell: Ein Get-together ist weit mehr als nur das „Programm vor dem Programm“. Hier kommen Kollegen zusammen, man tauscht Erfahrungen aus, spricht über Themen, für die sonst oft die Zeit fehlt – und stimmt sich ganz nebenbei schon auf den gemeinsamen Seminartag ein.
Die kölsche Brauhauskultur war dabei schon die zweite Station des Vorabends. Für diejenigen, die früh angereist waren, hieß es nämlich: Bitte einsteigen – nächster Halt: Köln 1926.
Bei TimeRide ging es auf virtuelle Zeitreise in die Domstadt vor genau 100 Jahren. In eine Welt ohne Smartphone, Online-Bewertungen, Videokonferenzen und digitale Angebotssoftware – dafür mit Straßenbahn, historischen Geschäften und jeder Menge echtem Leben. Anprobe ausgefallener Hutmode inklusive.

Im Nachhinein hätte die Vorbereitung auf das Verkaufstraining kaum passender sein können. Denn so sehr sich Technik, Kommunikation und Arbeitswelt verändert haben, eines ist erstaunlich zeitlos geblieben: Menschen kaufen nicht allein Produkte. Sie kaufen Vertrauen, Kompetenz und Lösungen – und nicht zuletzt das gute Gefühl, mit dem richtigen Partner zusammenzuarbeiten.
Verkaufen ist mehr als ein gutes Angebot
Heute Morgen übernahm Udo Herrmann. Und der weiß, wovon er spricht. Als Schreinermeister, Unternehmer und Coach kennt er nicht nur die Theorie erfolgreicher Verkaufsgespräche, sondern auch den Alltag im Handwerk: Kundenwünsche und Preisgespräche, Angebote und Nachfragen – und natürlich die entscheidende Frage, warum ein Interessent am Ende „Ja“ sagt. Oder eben nicht.
Dabei wurde schnell deutlich: Ein gutes Produkt und ein sauber kalkuliertes Angebot sind wichtig. Aber sie allein machen noch keinen erfolgreichen Verkauf. Ebenso entscheidend ist, den Kunden zu verstehen, richtig zuzuhören, den eigenen Wert überzeugend zu vermitteln und ein Gespräch so zu führen, dass am Ende nicht nur über den Preis gesprochen wird.
Das Seminar lebte dabei vor allem von der Praxis. Die Teilnehmer brachten eigene Erfahrungen ein, stellten Fragen, diskutierten Situationen aus ihrem Alltag und erarbeiteten gemeinsam Lösungsansätze. Und genau darin liegt der besondere Wert solcher Veranstaltungen: Man lernt nicht nur vom Referenten, sondern auch voneinander. Viele Herausforderungen ähneln sich – und manchmal steckt der entscheidende Impuls eben nicht auf der nächsten Präsentationsfolie, sondern im Gespräch mit dem Kollegen nebenan.

Technik verändert sich. Gute Kommunikation bleibt.
Ein herzliches Dankeschön an Udo Herrmann für ein praxisnahes Seminar mit vielen Anregungen, die sich direkt umsetzen lassen. Und ebenso ein großes Dankeschön an alle Teilnehmer, die mit Fragen, Engagement und guter Laune dazu beigetragen haben, aus einem Verkaufstraining einen lebendigen und intensiven Seminartag zu machen.
Neben vielen konkreten Learnings für das nächste Kundengespräch bleibt vor allem eine Erkenntnis hängen: Die Werkzeuge des Verkaufens haben sich in den vergangenen 100 Jahren gewaltig verändert. Die Straßenbahn von 1926 ist einer anderen Mobilität gewichen, das Smartphone hat längst das Notizbuch ergänzt und Angebote werden heute digital verschickt.
Doch erfolgreiche Kommunikation ist im Kern erstaunlich analog geblieben. Denn auch 2026 gilt: Am Ende macht nicht Technik das Geschäft. Es sind Menschen, die Menschen überzeugen.


