bsw-Präsident gratuliert Krieger Wasseraufbereitung zum 40jährigen Firmengeburtstag

40 Jahre Unternehmertum – wenn das kein Grund zum Feiern ist! Das findet auch bsw-Präsident Jürgen Koenig, der heute auf dem Jubiläumsfest von Krieger Wasseraufbereitung mit folgenden Worten die Historie des Familienbetriebs würdigte:

“Liebe Familie Krieger,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
verehrte Damen, meine Herren,

es gibt Unternehmen, die stellen Produkte her. Andere bieten Dienstleistungen an. Und dann gibt es Unternehmen, bei denen man nach 40 Jahren feststellt: Das Ganze ist irgendwie ein Kunstwerk geworden. Und damit sind wir bei Krieger Wasseraufbereitung. Denn wenn man sich diese Familie etwas genauer anschaut, findet man erstaunlich viel künstlerisches Talent.

Angela hat gemalt und ihre Bilder auf Vernissagen gezeigt. Jana zeichnet, gestaltet und designt. Alexander produziert Musik und legt als DJ auf. Und die Männer der ersten beiden Generationen? Nun ja. Die haben sich der Wasserkunst verschrieben. Womit wir eigentlich schon fast alle Kunstgattungen beisammen hätten. Aber beginnen wir am Anfang.

Und der Anfang heißt: Norbert Krieger. Wir befinden uns in den 1980er-Jahren. Eine Zeit ohne Smartphone, ohne Social Media, ohne Google Maps. Wenn man damals wissen wollte, was irgendwo auf der Welt los war, musste man Zeitung lesen oder bis zu den Abendnachrichten warten. Und wenn man sich verfahren hatte, konnte man nicht einfach das Handy fragen. Man musste einen Menschen fragen. Für die Jüngeren unter uns: Das ging tatsächlich.

Liebe Gäste,

in dieser Zeit war Norbert Krieger bei einer großen Chemiefirma angestellt, und ein Arbeitseinsatz zog ihn für mehrere Jahre in den Iran. Er arbeitete dort als Bauleiter für einen großen Wohnkomplex und brachte seine Kompetenz als Elektromeister und Fachmann für Wasseraufbereitung ein. Das war schon bemerkenswert international für eine Zeit, in der es selbst für den Sommerurlaub nicht üblich war, weite Fernreisen zu machen. Die Familie kam mit – darunter Sohn Stefan, der dadurch einige Schuljahre im Nahen Osten verbrachte. Und Stefan hatte – vermutlich geprägt durch das internationale Umfeld seiner Kindheit und Jugend – zunächst einen ganz anderen Berufswunsch als Schwimmbadbauer: Er wollte Englischlehrer werden. Zum Glück hat er sich das noch mal überlegt. Stefan entschied sich für Elektronik, absolvierte 2002 als einer der Besten die Meisterschule und stieg ins Familienunternehmen ein. Ganz losgeworden ist er den Lehrer trotzdem nicht. Denn sein Wissen hat er offensichtlich ziemlich erfolgreich an die nächste Generation weitergegeben. Wie sonst ist zu erklären, dass seine Kinder Jana und Alexander heute im Unternehmen sind und ihre Sache bestens machen.

Verehrtes Publikum,

damit zeigt sich schon eine besondere Qualität dieser Familie: Bei Krieger wird nicht nur Wasser aufbereitet. Hier werden offenbar auch Talente vererbt. Wobei die Mischung durchaus interessant ist.

Nehmen wir Jana. Sie lernte während des Abiturs Mediendesign, arbeitete anschließend in der Altenpflege und landete schließlich im Familienunternehmen. Das klingt zunächst nach drei völlig unterschiedlichen Welten. Aber eigentlich ist es die perfekte Ausbildung für einen Familienbetrieb: Man kann gestalten. Man kann mit Menschen umgehen. Und man verliert auch in stressigen Situationen nicht sofort die Nerven.

Heute verantwortet Jana das Marketing, inszeniert Pools, gestaltet Präsentationen und entwirft sogar die Firmen-T-Shirts. Und in ihrer Freizeit zeichnet sie. Dabei bevorzugt die ausgesprochen fröhliche Jana ausgerechnet düstere Fantasy-Motive. Sie selbst nennt das humorvoll ihre „dunkle Seite“.

Ich finde, damit kann eine Unternehmerfamilie sehr gut leben. Andere Familienunternehmen haben dunkle Seiten, über die investigative Journalisten Bücher schreiben. Bei Krieger hängen sie als Zeichnungen an der Wand. Das ist deutlich sympathischer. Das künstlerische Talent kommt übrigens nicht von ungefähr. Mama Angela hat früher ebenfalls gemalt und ihre Werke auf Vernissagen präsentiert. Heute kümmert sie sich als Prokuristin um die kaufmännische Seite des Unternehmens. Auch das ist schließlich eine Kunst: dass am Ende nicht nur der Pool glänzt, sondern auch die Zahlen stimmen.

Liebe Gäste,

Und dann wäre da noch Alexander. Alexander baut beruflich Pools und produziert privat Musik. Er komponiert eigene Stücke und legt als DJ auf. Womit wir beim Gesamtkunstwerk Krieger inzwischen also auch einen Soundtrack haben. Eigentlich müsste man dieses Talent viel stärker für unsere Branche nutzen. Pooltechnik macht schließlich genügend Geräusche.

Warum muss eine Fehlermeldung eigentlich immer piepen? Warum nicht ein kleiner Beat? „pH-Wert stimmt“ – kurzer Jingle. „Filter muss rückgespült werden“ – etwas eindringlicher. Und bei „Chlorbehälter leer“ setzt der Bass ein.

Lieber Alexander,

die Chance, dass wir mit Deiner Hilfe unseren neuen Poolmanager soundtechnisch aufwerten können, stehen glücklicherweise gar nicht so schlecht. Denn, wie ich hörte, hast Du einmal Eure Herstellerbeziehungen mit einem bemerkenswert schönen Satz beschrieben. Ich zitiere: „Mit vielen Firmen haben wir ein gutes Verhältnis. Aber mit zwei sind wir verheiratet: Leidenfrost und Bayrol.“

Das ist ein Satz, der Vertrauen ausdrückt. Und nach 40 Jahren Familienunternehmen wissen die Kriegers schließlich: Eine gute Ehe hält nicht deshalb so lange, weil immer alles problemlos läuft. Sondern weil man Probleme gemeinsam löst. Und Probleme lösen – das gehört zur Krieger-DNA. Denn die Firmengeschichte begann genau genommen mit einem Problem. Norbert war bei Cillit Chemie beschäftigt. Dort gab es irgendwann Reibereien. Und Norbert entschied: Dann mache ich mich eben selbstständig. Das war 1986. Man könnte also sagen: Manche Unternehmensgründungen beginnen mit einer genialen Geschäftsidee. Krieger begann mit einem ordentlichen Krach. Im Nachhinein muss man sagen: Zum Glück. Denn aus der ursprünglichen Wasseraufbereitung entwickelte sich immer stärker der Schwimmbadbau.

Norbert plante, tüftelte, improvisierte und installierte unzählige Anlagen selbst. Bei einem Großprojekt für die Eckert Schulen, an das sich alle Generationen erinnern, wurden beispielsweise besondere Wasserspiele verlangt, die eigens entwickelt werden mussten. Das kostete offenbar einige Nerven und verursachte reichlich Kopfzerbrechen. Aber Norbert biss sich durch. Heute nennen wir so etwas gerne „Hands-on-Mentalität“. Damals hieß es vermutlich einfach: Nicht lange reden. Machen. Und genau diese Haltung scheint über Generationen weitergegeben worden zu sein.

Meine Damen und Herren,

Alexander half schon als Jugendlicher auf Messen mit und wusste früh, dass er einmal in den Betrieb einsteigen wollte. Jana saß als Kind im Büro und beklebte Prospekte. Später sammelte sie Erfahrungen außerhalb des Unternehmens – und kam zurück. Oder, wie man bei ihrer Vorgeschichte wohl sagen muss: Sie ist bei Krieger im wahrsten Sinne des Wortes „kleben geblieben“.

Drei Generationen haben an der Krieger-Geschichte gearbeitet. Und trotz aller Bodenständigkeit darf es manchmal sogar ein bisschen Show sein. Das hat Krieger spätestens beim Fernsehen gelernt. Für eine TV-Reportage wurde der Einbau eines Beckens begleitet. Das Problem: Die Krieger-Mannschaft war zu schnell. Das Becken war praktisch schon eingesetzt, bevor die Fernsehleute genügend Material gedreht hatten. Also musste man das Becken wieder herausheben. Noch einmal ansetzen. Pausen machen. Zwischenschritte zeigen. Spannung erzeugen. Für einen Handwerker muss das ungefähr so sein, als würde man einem Koch sagen: „Das Essen ist leider schon fertig. Könnten Sie es bitte noch einmal ungekocht machen?“ Aber Krieger spielte mit. Denn zu jedem guten Kunstwerk gehört schließlich auch ein bisschen Inszenierung. Nur eines musste bei Krieger nie inszeniert werden: die Bodenständigkeit.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum dieses Unternehmen seit 40 Jahren funktioniert. Hier treffen Erfahrung und Neugier aufeinander. Technik und Kreativität. Tradition und neue Ideen. Bayern und die große weite Welt. Online-Shop und Kanister Chlor nach Feierabend. Denn weil Alexander direkt über der Firma wohnt, kann ein Kunde theoretisch auch dann noch persönlich auftauchen, wenn andere längst Feierabend haben. Andere Unternehmen werben mit „24/7-Service“. Bei Krieger heißt das: Alexander wohnt oben. Persönlicher kann Digitalisierung kaum werden.

bsw-Präsident Jürgen Koenig mit Angela und Alexander: alle drei hatten Spaß – sowohl beim Reden als auch beim Zuhören!

Verehrtes Publikum,

hinter all diesen Geschichten steckt etwas, das viel wichtiger ist. Da ist ein Großvater, der den Mut hatte, etwas Eigenes aufzubauen. Da sind Stefan und Angela, die das Unternehmen erfolgreich weiterentwickelt haben. Und da sind Jana und Alexander, die heute ihre eigenen Ideen, Fähigkeiten und Persönlichkeiten einbringen.

Drei Generationen – aber keine bloße Kopie der vorherigen. Denn genau das macht ein gutes Familienunternehmen aus: Jede Generation übernimmt das Werk – und setzt ihre eigene Handschrift darunter. Norbert mit Mut, technischem Können und unglaublichem Arbeitseifer.

Stefan und Angela mit Fachkompetenz, kaufmännischem Geschick und dem Ausbau des Unternehmens. Jana mit Gestaltung, Kommunikation und Kreativität. Alexander mit Technik, Unternehmergeist – und dem passenden Soundtrack. Und alle zusammen mit einer Eigenschaft, die für unsere Branche besonders wertvoll ist: Sie schauen über den eigenen Beckenrand hinaus. Sie engagieren sich bei der Topras und im bsw, bringen sich ein und haben nicht nur das eigene Unternehmen, sondern unsere gesamte Branche im Blick. Dafür möchten wir heute ausdrücklich Danke sagen.

Liebe Familie Krieger,

40 Jahre Unternehmensgeschichte sind vielleicht tatsächlich ein bisschen wie ein Kunstwerk.

Man braucht eine Idee. Man braucht Können. Manchmal muss man improvisieren. Manchmal etwas übermalen. Manchmal einen neuen Ton anschlagen. Und gelegentlich muss man sogar ein bereits eingebautes Schwimmbecken wieder herausheben, weil das Fernsehen noch eine zweite Einstellung braucht. Vor allem aber braucht man Menschen, die bereit sind, gemeinsam an diesem Werk weiterzuarbeiten. Und die gibt es bei Krieger.

Deshalb gratuliere ich Euch im Namen des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness sehr herzlich zum Jubiläum. Ich bedanke mich für Eure Verbundenheit, Eure Freundschaft und Euer Engagement für unseren Wirtschaftszweig. Und ich wünsche Euch, dass Ihr noch ganz lange an diesem besonderen Familienkunstwerk weiterarbeitet. Denn das Schöne daran ist: Es ist nach 40 Jahren noch lange nicht vollendet. Die nächste Generation hat längst den Pinsel in der Hand. Und einer legt schon mal die passende Musik auf.

In diesem Sinne – herzlichen Glückwunsch!”

Und dann überreichte Jürgen Koenig eine Urkunde an die Kriegers, die man auf dem Titelbild sieht: v.l. Elfriede & Norbert (Gründergeneration), Angela (2. Generation) sowie Jana und Alexander (3. Generation).