Vor 50 Jahren gründete Bernd Henne den Fachbetrieb Schwimmbad Henne, den heute seine Kinder Christine Henne-Zapf und Steffen Henne leiten. Eigentlich wollte der Seniorchef damals nur seinen Job als angestellter Maschinenbauer wechseln und geriet eher zufällig in die Schwimmbadbranche. Eine Poolzeitschrift am Kiosk und das heiße Sommerwetter des Jahres 1976 gaben ihm „Rückenwind“ – und so wurde aus einem anfänglichen Nebenjob eine Firma, die heute Maßstäbe in Sachen Qualität, Service und Innovation setzt. Im Folgenden kann man lesen, wie sich das Familienunternehmen entwickelte, was es ausmacht und warum Papa Bernd nicht mitbekommen hat, dass Sohn Steffen als Kind Handball gespielt hat.
Der zufällige Weg in die Schwimmbadbranche
Gerade erst wurde er mit dem Strebel-Preis, dem Personality-Preis der Branche für sein Lebenswerk geehrt, doch diese einzigartige und besondere Auszeichnung erwähnt Unternehmensgründer Bernd Henne gar nicht, als er über sein mehr als 50jähriges Wirken im Schwimmbadmarkt spricht. Dazu ist er viel zu bescheiden. Und großes Aufsehen um seine Person hat er eh nie gemacht. Die Firma und eine zufriedene Kundschaft standen stets im Mittelpunkt. Und das ist heute noch so. Der 76jährige ist nach wie vor regelmäßig im Unternehmen, auch wenn er das Geschäft längst an seine Kinder Christine Henne-Zapf und Steffen Henne übergeben hat. „Was soll ich auch zu Hause?“, sagt er lachend und ergänzt, er wisse nicht mal, wie man staubsaugt. Dabei ist er ein ausgesprochener Familienmensch, der es genießt, dass sich die ganze Familie – Kinder, Enkelkinder und Anhang – jeden Sonntag zum gemeinsamen Frühstück trifft. Schließlich wohnen alle im „Henne-Carré“, rund um die Firma.

Dass sich aus der anfänglichen Nebentätigkeit mal ein großes Firmen-Areal oder ein „Henne-Dorf“ entwickeln würde, konnte Bernd Henne in den 1970er Jahren wohl kaum absehen. Damals arbeitete er als angestellter Maschinenbautechniker und schaute sich nach einem neuen Job um. Er wollte seinen Horizont erweitern, „andere Luft schnuppern“ und sich im Vertrieb engagieren. So nahm er eine Stelle bei einem Chemieunternehmen an, das unter anderem in der Wasseraufbereitung für öffentliche Bäder tätig war. Damit begann der Weg in die Poolbranche, zu dem er heute sagt: „Wie so viele Dinge im Leben, war mein Einstieg in die Schwimmbadbranche eher Zufall.“
Wasserpflegetipps an Lokalgäste und die Entdeckung einer Poolzeitschrift am Kiosk
Bernd Hennes Schwiegereltern betrieben seinerzeit ein Lokal mit kleinem Hotel, unter deren Gästen sich schnell herumsprach, dass er sich mit Wasserpflege auskannte. Manch einer hatte damals schon einen privaten Pool, aber kaum qualifizierte Informationen zur Aufbereitung, so dass das kühle Nass eher Brühe als Wasser gewesen sei. Dankbar wurden seine Tipps daher aufgenommen, und so merkte er schnell, dass der Bedarf an professioneller Beratung für private Schwimmbäder groß war.

An einem Kiosk in Heidelberg entdeckte er während einer Pause auf einer Vertriebstour eines Tages zwei Poolzeitschriften, darunter Schwimmbad + Sauna, und das bestärkte ihn in seiner Annahme, dass es einen Markt für den Badespaß daheim gäbe. Die Idee zur Gründung von Schwimmbad Henne war geboren. Als verantwortungsvoller Ehemann und Familienvater baute er seine Selbständigkeit neben seinem Angestelltendasein auf und gab seine Anstellung erst auf, als sein Geschäft lief. Diese Bodenständigkeit ist geblieben und wird auch von der zweiten Generation gelebt. Sie ist Teil der Henne-Erfolgsgeschichte, die sich an den klassischen Werten eines Familienunternehmens orientiert. Hier ist schon immer ganz konservativ gewirtschaftet worden, so dass sich auch schlechtere Phasen problemlos überwinden lassen.

Firmengründung im Jahrhundertsommer 1976
Das erste ¾ Jahr nach Grundsteinlegung des eigenen Geschäfts fuhr Bernd Henne also zweigleisig. Einerseits Außendiensttätigkeit, andererseits Firmengründung. Auf dem Dachboden seines Hauses richtete er sich ein kleines Büro und Lager ein und setzte zunächst auf den Verkauf von Schwimmbadzubehör und Chemie. Wenig später nahm er Aufstellbecken, unter anderem von Bruno Kern (später Zodiac-Kern, heute Fluidra), mit ins Programm auf. Eine bekannte Handelsmarke der damaligen Zeit war Europool Seestern. Auch die Firmengründung von Schwimmbad Henne stand unter einem guten (See)Stern. Denn der Sommer 1976 ging als „Jahrhundertsommer“ in die Geschichte ein. Wochenlang Rekordwerte über 30 Grad kurbelten die Nachfrage nach einer erfrischenden Abkühlung im eigenen Garten an, so dass nicht nur das Poolgeschäft bei Henne boomte, sondern auch bald die Lager der Lieferanten leer waren. „Fast wie Corona“, resümiert Christine Henne-Zapf, die damals 1 Jahr alt war, sich deshalb zwar nicht mehr bewusst an genau diesen Sommer erinnert, doch für die die Schwimmbadwelt von Kindesbeinen an immer präsent gewesen ist.
Ein echtes Familienunternehmen, bei dem die eigene Familie manchmal zurückstecken musste
Kein Wunder also, dass sie heute – gemeinsam mit ihrem kleinen Bruder Steffen – die Firma leitet. Doch so klar war das gar nicht. Denn Bernd Henne wollte seine Kinder keinesfalls zwingen, das tun zu müssen, was ihr Vater getan hat. Und ihre Mutter. Denn auch Evi Henne, die man auf dem Titelbild mit ihrem Mann und ihren Kindern Christine und Steffen sieht, hat einen wichtigen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens geleistet. Sie hat, wie so viele Frauen dieser Generation, ihrem Mann den Rücken frei gehalten, ganz selbstverständlich, obwohl sie gar nicht aus dem kaufmännischen Bereich kam, die Büroarbeit geschmissen, sich anfangs vollumfänglich um Angebote, Rechnungswesen, Personal und Finanzen gekümmert und zudem drei Kinder großgezogen. Auch heute kommt sie noch zwei Mal die Woche vorbei und erledigt die Buchhaltung. Schließlich trifft sie dort ja auch ihren Mann, der nie wusste, wann Feierabend war. Es gibt eine Anekdote, die das beweist: Steffen Henne erzählte vor einiger Zeit mal aus seiner Jugend und von einer Begebenheit beim Handball. Darauf erwiderte Vater Bernd sichtlich überrascht: „Du hast mal Handball gespielt?“ Ja, so ist das, wenn das Herz fürs Schwimmbad schlägt.

Zweite Generation schon früh mit dabei
Da kann es schon sein, dass man das ein oder andere Detail der Kinder gar nicht mitbekommt. Was Bernd Henne allerdings mitbekommen hat, das ist das große Engagement, das seine Kinder an den Tag legen, um die Firma in die Zukunft zu führen. Man merkt, wie stolz er auf die beiden ist. Auf Christine, die nach ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bei Kärcher nun den kaufmännischen Teil und das Marketing von Schwimmbad Henne verantwortet, und auf Steffen, der als SHK-Installateur und Meister die Bereiche Technik und Verkauf leitet. Beide sind offiziell seit Beginn der Nullerjahre im Geschäft, wobei das eigentlich schon viel länger der Fall ist. Vom „Rumkrabbeln“ am Beckenrand als Kleinkinder mal abgesehen, haben sie sich als Jugendliche hin und wieder ihr Taschengeld durch Mithilfe im Betrieb aufgebessert. Da wurden nach der Schule Briefe frankiert, Adresskleber angebracht, oder man half bei der Inventur – um sich den ein oder anderen Extrawunsch erfüllen zu können. So lernt man, dass das Geld nicht vom Himmel fällt.
Erfolgsrezept Ladengeschäft, Ausstellung und der persönliche Kontakt
Diese Erfahrung machte auch Bernd Henne im zweiten Jahr seiner Selbstständigkeit. Nach dem ersten Jahr mit bestem Poolwetter war der Sommer 1977 dann nämlich eher durchwachsen und die Nachfrage nach eigenen Schwimmbecken rückläufig. Doch der Firmengründer wusste zu wirtschaften, und so investierte er in eine kleine Ausstellung. Denn seine Philosophie war, den Kunden in den Laden zu lotsen. Ähnlich wie in einem Autohaus könne sich der potenzielle Poolbesitzer dann ein Bild vom Angebot machen, auswählen und vergleichen. Dieses Motto hat sich bis heute bewährt. Trotz Digitalisierung – der persönliche Kontakt und das Gespräch von Mensch zu Mensch bleiben essentiell. „Wer es nicht zu uns schafft, der bekommt auch kein Angebot“, bringt der Seniorchef das Prinzip mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

Von der ersten Ausstellung im Garten des Wohnhauses zum Henne-Carré
Befand sich die erste kleine Ausstellung noch im Garten des Wohnhauses der Familie Henne in der Kieselbronner Straße in Pforzheim, eröffnete man 1979 ein Fachmarktzentrum in der Redtenbacherstraße. Auf einer Fläche von 200 qm zeigte man zunächst ausschließlich Pools. Zwei Jahre später entstand ein Neubau in der Gablonzer Straße. Dort hatte man mehr Kapazität und präsentierte zusätzlich auch Whirlpools und Saunakabinen. Solche Showrooms waren für die damalige Zeit einzigartig. Aber Henne zeichnete sich schon früh durch Innovationsgeist und ein Gespür für Trends und Marktentwicklungen aus. Im Laufe der Jahre wuchs das Unternehmen vom einstigen Zubehöranbieter zum modernen Schwimmbadbauer mit Wellnessparte, der Handwerkskunst, Kreativität und Kompetenz verbindet und dessen – mit zahlreichen Preisen honorierten – Projekte regelmäßig in Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Mit der Firma wuchs auch die Ausstellungsfläche. In den 1990er Jahren kehrte man schließlich an den ursprünglichen Firmensitz in der Kieselbronner Straße zurück. Man baute das Henne Carré, in dem sich neben Schwimmbad Henne mit 3.500 Quadratmetern aktuell auch weitere Firmen befinden.

Alles aus einer Hand, Win-win-Situationen und gemeinsam stark
Wichtig war bei Henne immer, Kunden schnell bedienen zu können, ihnen komplette Lösungen sowie einen „Alles aus einer Hand“-Service zu bieten. In diesem Sinne hat man heute diverse Kooperationspartner, beispielsweise aus der SHK-Branche, aus dem Gartenbau oder dem Natursteinhandel. Zu Letzterem schickt man Kunden, damit sie sich bei ihm vor Ort unterschiedliche Steinarten anschauen und die passenden aussuchen können. Mit dem langjährigen Partner aus dem Gartenbau hatte Henne unter anderem ein Pool-Areal für die Landesgartenschau 2018 in Lahr geschaffen und nach Ende der Veranstaltung kurzerhand beschlossen, das Becken in seinem Showgarten einzubauen. So kann auch er „Pools in Aktion“ zeigen, ein breiteres Repertoire offerieren, und Henne hat quasi „den Fuß in der Tür“. Eine Win-win-Situation für beide Seiten. So verfährt man auch mit dem SHK-Kollegen, der zwar einen elitären Kundenstamm, aber keine eigene Schwimmbadabteilung hat. Wer einen Pool wünscht, bekommt ihn über Henne, und so profitieren alle. Man könnte auch sagen: Gemeinsam stark. Das ist auch der Grund, warum Bernd Henne damals mit anderen Kollegen die sopra gegründet hat und auch seit den 1980er Jahren in den Branchenverbänden BFST und BSSW, heute bsw, aktiv ist. Sein Amt als langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender bei sopra hat Bernd Henne mittlerweile aufgegeben. Und weil der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, hat es nun Christine inne.

Geschickte Verbindung von online und analog, Bewährtem und Neuem
Sie führt nicht nur – gemeinsam mit ihrem Bruder und dem rund 20köpfigen Mitarbeiterteam – den Qualitätsanspruch und den Servicegedanken der ersten Generation weiter. Sie hat auch neue Akzente in der Öffentlichkeitsarbeit gesetzt. Schwimmbad Henne hat sie auf Social Media als kompetentes, zuverlässiges und Familienunternehmen sichtbar positioniert – ohne die analogen Kanäle und das regionale Marketing zu vernachlässigen. So verbindet man Tradition und Innovation. Schwimmbad Henne hat es einerseits geschafft, ein vertrauenswürdiger und professioneller Ansprechpartner für die Realisierung von individuellen Schwimmbad- und Wellnesswünschen zu werden. Andererseits ist Henne auch ein sicherer Arbeitgeber. Das Team fühlt sich wohl, denn es geht familiär zu. Weihnachtsfeiern oder Sommerfeste mit Mitarbeitern und deren Familien – all das ist selbstverständlich beim Pforzheimer Poolfachbetrieb. Es gibt sogar noch einen Angestellten, der seit fast 40 Jahren dabei ist. Damals war er Student, wollte Tierarzt werden, doch dann hat ihn das familiäre Flair bei Henne so überzeugt, dass er „bei den Bade-Enten“ geblieben ist, anstatt sich den echten Tieren zu widmen.

Die wenigsten wissen, dass es neben Christine und Steffen noch eine große Schwester gibt, die außerhalb des Pool-Sektors arbeitet. Das beweist, dass die erste Generation wirklich keinen Druck auf ihre Kinder ausgeübt hat, das Geschäft übernehmen zu müssen. Und es spricht für Christine und Steffen, die sich aus freien Stücken und mit Herzblut für die Fortsetzung der Henne-Geschichte entschieden haben. Sie gehen neue Wege und entwickeln Bewährtes weiter. Denn nichts bleibt, wie es war. Hat man im Gründungsjahr von Schwimmbad Henne das Tastentelefon, das die Wählscheibe ersetzte, als Neuheit gefeiert, so haben Digitalisierung und Künstliche Intelligenz mittlerweile neue Möglichkeiten, Chancen und Herausforderungen gebracht. Was aber neben Professionalität und Dienstleistungsmentalität immer bleiben wird, wie es gewesen ist: Bei Henne schaut man über den Tellerrand, hat auch diejenigen im Blick, denen es nicht so gut geht und engagiert sich gesellschaftlich. Vom Trikot-Sponsoring örtlicher Sportvereine über Spendenaktionen für Menschen in Not bis zur Unterstützung des Wildparks Pforzheim – all das gehört selbstverständlich zur Henne-DNA.
Der bsw gratuliert herzlich zum 50jährigen Firmenjubiläum, bedankt sich für die langjährige Treue und Mitgestaltung im Verband und wünscht Familie und Firma nur das Beste für die Zukunft! Wir freuen uns schon sehr aufs Jubiläumsfest!



