Vor 40 Jahren war die Welt noch eine andere. Man las morgens die gedruckte Zeitung, informierte sich abends im Fernsehen über das aktuelle Geschehen und war mangels Internet nicht ständig live dabei, wenn irgendwo etwas passierte. Man verreiste viel seltener und weniger weit weg – als das heute der Fall ist. Das Leben war insgesamt ruhiger und mehr lokal begrenzt. Aber nicht für alle. Norbert Krieger, der Gründer von Krieger Wasseraufbereitung, war ein Pionier seiner Zeit. In den 1980ern, damals noch angestellt bei Cillit Chemie, zog er für mehrere Jahre in den Iran, um dort als Bauleiter für einen großen Wohnkomplex zu arbeiten. Als Elektromeister, erfahren in der Wasseraufbereitung, war er ein gefragter Mann für Spezialaufträge dieser Art. Die ganze Familie kam mit – so war das damals üblich.

Elektronikmeister statt Englischlehrer
Sohn Stefan Krieger, der aktuelle Seniorchef, kann heute auf einige Schuljahre an einer deutschen Schule im Nahen Osten zurückblicken. Wer hat schon so eine spannende Jugend mit internationaler Ausrichtung erlebt? So kam es dann auch, dass Stefan eigentlich Englischlehrer werden wollte. Für die Poolwelt ist es natürlich ein Gewinn, dass er sich – als einer der besten Absolventen der Meisterschule für Elektronik im Jahr 2002 – doch fürs Wasserfach und den elterlichen Betrieb entschieden hat.
Aber irgendwie muss er ein Talent für den Lehrerberuf haben. Denn sein Wissen hat er weitergegeben. Schließlich machen seine Kinder Jana und Alexander ihre Sache bestens. Vielleicht liegt´s auch an Mama Angela, die ebenfalls im Unternehmen ist und sich als Prokuristin ums Kaufmännische kümmert. Das macht sie, als hätte sie nie was anderes getan – dabei war sie früher unter anderem bei Toshiba beschäftigt. Aber es kann ja nie schaden, wenn man sich an unterschiedlicher Stelle ausprobiert, Erfahrungen sammelt und seine vielfältigen Kompetenzen dann der Poolbranche zur Verfügung stellt.
Design- und Medienkompetenz fürs Krieger Marketing
So hat es auch Jana gemacht, die während ihres Abiturs Mediendesign lernte, dann in der Altenpflege arbeitete – und nun stressresistent, medienerfahren und künstlerisch begabt das Marketing bei Krieger verantwortet. Ihr Bruder bewertet ihr Wirken mit folgenden Worten: „Sie macht das richtig gut, hat einen Blick dafür, wie man Becken inszeniert und zielgruppengerecht präsentiert.“ Dabei ist sie nicht nur auf Social Media ganz vorne mit dabei. Alles, was es zu designen und gestalten gibt, trägt Janas Handschrift. Selbst die Firmen-T-Shirts sind von ihr entworfen und als Unikate kreiert worden.

Dass sie in ihrer Freizeit ebenfalls zeichnet, wundert da nicht. Was allerdings überrascht: die fröhliche Jana konzentriert sich dabei auf eher düstere Fantasy Motive. Dazu sagt sie lachend: „Das ist meine dunkle Seite“. Das künstlerische Talent scheint sie von ihrer Mutter zu haben, die früher ebenfalls gemalt und ihre Werke auf Vernissagen gezeigt hat.
Musik für die Branche
Auch Alexander hat etwas Musisches in seinen Genen. Während er beruflich Pools „produziert“, produziert er privat Musik. Neben der Schöpfung eigener Werke legt er auch als DJ auf. Wer sich jetzt fragt, wie man dieses Talent in unserem Wirtschaftszweig nutzen kann, der denke mal an die vielen technischen Geräte, die auch „Töne machen“. Dem Vernehmen nach ist Alexander im Gespräch für die Komposition des Fehlersounds beim neuen Poolmanager von Bayrol. Das würde gut passen – zumal Krieger mit dem Wasserpflegehersteller eine langjährige und freundschaftliche Beziehung verbindet. Dazu heißt es: „Wir haben mit vielen Herstellern ein gutes Verhältnis. Aber mit zwei Firmen sind wir verheiratet. Und das sind Bayrol und Leidenfrost.“
In den Showrooms, die es bei Krieger gibt, findet man dann auch vorrangig Leidenfrost-Becken. Doch um weitere Budgets bedienen zu können, zeigt Krieger auch PP-Becken. Darüber hinaus gibt es eine Überdachungs-Ausstellung. Denn die Krieger-Kundschaft rund um den Firmensitz im bayrischen Eichendorf bis nach Österreich hinein setzt auf Dächer – im Gegensatz zur Münchener Metropole, wo eher cleanes und minimalistisches Design gefragt ist.

Vom Online-Shop bis zum Abholservice nach Feierabend
So hat halt jeder seinen Geschmack. Und die Firma Krieger stellt sich auf ihre Interessenten und deren individuelle Wünsche genau ein. Nicht nur bei der Planung ihrer Traumoasen. Man hat auch einen Online-Shop geschaffen, damit die Kundschaft rund um die Uhr von zu Hause aus ihre Wasserpflegemittel bestellen kann – wobei man sich online auch einen Namen als Anbieter von Spezialmitteln gemacht hat. Dort bekommen auch „Bastler“, was sie brauchen und was der „normale Markt“ nicht abdeckt. Hin und wieder kommt es noch vor, dass jemand außerhalb der Geschäftszeiten persönlich vorbeischaut, weil er einen Kanister Chlor braucht. Da Alexander direkt über der Firma wohnt, was Fluch und Segen zugleich sein kann, ist er quasi „rund um die Uhr“ erreichbar. Ein echtes Familienunternehmen eben, das sich auch dadurch zeigt, dass die Kinder schon früh „im Geschehen“ waren.

Alexander hat bereits als Jugendlicher auf Messen mitgearbeitet, und für ihn war damals schon klar, dass er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten wird. Jana, die sich in jungen Jahren im Büro nützlich gemacht und unter anderem Prospekte beklebt hat, ist ja nun – nach Erfahrungen in anderen Branchen – auch im Betrieb „kleben geblieben“. Da sind die Eltern sicherlich stolz, aber die beiden Youngsters sind vor allem stolz auf ihren Großvater Norbert, der den Startschuss für Krieger Wasseraufbereitung gegeben hat, und auf ihre Eltern, die die Firma ausgebaut haben.
Von Streitereien, Show und Weitblick
Wie begann die Krieger-Geschichte? Eher zufällig. Nach Streitereien bei Cillit Chemie beschloss Opa Norbert, sich selbstständig zu machen. Zunächst lag der Schwerpunkt auf der Wasseraufbereitung. Erst später konzentrierte man sich auf den Schwimmbadbau. Dabei hat man Kompetenz im öffentlichen und privaten Bereich, und vor allem Fleiß, Improvisationstalent und technische Präzision bewiesen. Es gibt Geschichten von Großaufträgen der Eckert Schulen in Regenstauf, bei denen besondere Wasserspiele gewünscht waren, die Norbert eigens konzipieren musste. Seinen Enkeln ist im Gedächtnis geblieben, dass dieses Projekt ihrem Opa eine Menge Kopfzerbrechen und -schmerzen bereitet hatte.

Aber er hat sich, unterstützt von seiner Ehefrau Elfriede, „durchgebissen“ und – wie man heute sagen würde „Hands-on-Mentalität“ bewiesen. Zudem hat er unzählige Becken ganz alleine installiert und einen Wahnsinns-Arbeitseifer an den Tag gelegt. In diesem Sinne wirken auch die 2. und 3. Generation, und was man besonders merkt: hier sind Teamplayer am Werk, die sich sowohl im bsw als auch bei der Topras engagieren. Denn sie haben die gesamte Branche im Blick. Und so haben sie vor einigen Jahren auch bei einer TV-Reportage mitgemacht, die von DIY bis Fachbetrieb-Pool alles gezeigt hat. Der Film kam so gut an, dass er immer wieder wiederholt wird und auch heute noch im Fernsehen zu sehen ist. Jana und Alexander erinnern sich, dass der Crew das Einsetzen des Beckens damals viel zu schnell ging. Sie mussten es also mehrfach wieder rausheben, Zwischenschritte einlegen und künstlich Spannung erzeugen. Ein bisschen Show und Zauber muss sein. Krieger hat mitgemacht, obwohl bei ihnen an sich Ehrlichkeit und Bodenständigkeit an erster Stelle stehen.

Der bsw gratuliert herzlich zum runden Firmenjubiläum, wünscht Familie Krieger, die man mit Angela, Stefan, Jana und Alexander Krieger auf dem Titelbild sieht, sowie dem Unternehmen mit seinem Team weiterhin viel Erfolg und bedankt sich für das Engagement im Verband.
HIER kann man die Glückwunschrede von bsw-Präsident Jürgen Koenig anlässlich des Jubiläumsfestes nachlesen.


