25 Jahre KWS: Vom Jahr der Hüfthosen zum High-Level-Pool

25 Jahre KWS: Vom Jahr der Hüfthosen zum High-Level-Pool

Vor 25 Jahren war die Welt eine andere. In den Charts liefen die Hits von Britney Spears, Destiny’s Child und Robbie Williams. Das Nokia 3310 galt als technisches Wunderwerk, SMS wurden noch mühsam per Tastendruck geschrieben, und Reality-TV steckte mit „Big Brother“ gerade in den Kinderschuhen. Man zahlte mit DM – denn erst später sollte der Euro als Bargeld eingeführt werden. Hüfthosen waren in – je tiefer, desto besser. Während die Jeans also immer weiter nach unten rutschten, „rutschte“ ein neuer Branchenplayer nach oben.

KWS – Klaus und Wolfgang Schrörs

Denn mitten in dieser Zeit, am 28. Mai 2001, unterzeichneten die Brüder Klaus und Wolfgang Schrörs in Wesel den Gesellschaftervertrag der KWS Schwimmbadanlagen GmbH. Wer schon immer gerätselt hat, wofür KWS eigentlich steht, der weiß es jetzt: Klaus und Wolfgang Schrörs. Was damals begann, entwickelte sich in den folgenden 25 Jahren zu einer Erfolgsgeschichte des deutschen Schwimmbeckenbaus.

Dabei war die Idee zur Unternehmensgründung nicht über Nacht entstanden. Klaus Schrörs hatte sich bereits Anfang der 1990er Jahre im Schwimmbadbau engagiert und sammelte Erfahrungen mit Fertigbecken verschiedenster Hersteller. Doch gerade die damals auftretenden Probleme einiger Polyesterbecken, insbesondere Osmose, führten zu einer entscheidenden Frage: Geht das nicht besser? Seine Antwort lautete: Ja.

Waben-Verbundsystem

Er entwickelte ein eigenes Schwimmbeckensystem auf Basis hochwertiger PVC-Materialien. Denn PVC hatte sich bei der Schwimmbeckeninstallation bereits bewährt. So kam er auf die Idee, den Werkstoff auch bei der Schwimmbecken-Oberfläche zu verwenden. Das Ergebnis war ein neuartiges Sandwichsystem aus veredeltem Hart-PVC, Glasfaserverbund und Wabenkern – das bis heute bekannte KWS-Waben-Verbundsystem. Es macht die KWS- Becken mit ihrer hohen Stabiliät, ihrer guten Wärmeisolierung und ihrer individuellen Gestaltbarkeit und der Möglichkeit aus, auch sehr große Einstückvarianten produzieren zu können. Das erste Becken fiel allerdings noch vergleichsweise klein aus. Es wurde für eine Modemesse gefertigt – passend zu jener Zeit, in der man über Laufstege flanierte, während im Hintergrund die neuesten Pop-Hits liefen.

Das erste PVC-Becken für eine Modemesse (links) und die erste Interbad 2002 und Aquanale 2003

Niemand ahnte damals, dass sich daraus einmal Schwimmbecken mit über 20 Metern Länge, außergewöhnliche Glaspools und sogar halbolympische Anlagen entwickeln würden. Aber bevor es zu diesen Highlights kam, entstanden erstmal weitere PVC-Becken unter dem Namen „Blue Diamond“. Der Name war und ist Programm. Denn die Becken spiegeln mit ihrer „Unverwüstbarkeit“, ihrer Einzigartigkeit und ihrem Charakter als „seltene Kostbarkeit“ die Eigenschaften von blauen Diamanten wider. Während andere Marktteilnehmer Standardlösungen favorisierten, konzentrierte sich KWS auf individuell angefertigte Schwimmbecken, die exakt auf die Wünsche der Kunden zugeschnitten wurden. Dieser Ansatz prägt die Philosophie bis heute.

Von Wesel an die die Costa del Sol: Das Projekt (9 x 15 m) wurde im KWS-Werk gefertigt und vor Ort aufgebaut. Es ist in Zusammenarbeit mit Topras-Partner Krause Schwimmbadtechnik aus Himmelpforten gebaut worden.

Interbad, Aquanale, sopra

Wichtige Meilensteine ließen nicht lange auf sich warten. Bereits 2002 präsentierte KWS seine Becken auf der Interbad – damals noch in Düsseldorf. 2003 folgte der Auftritt auf der ersten Aquanale in Köln. Dort entstand der Kontakt zur sopra AG, mit der man 2004 einen Kooperationsvertrag schloss. Daraus ist eine bis heute für beide Seiten positive Partnerschaft entstanden. So wie das Miteinander zwischen KWS und sopra wuchs, wuchsen auch Schwimmbad-Stückzahlen, Anforderungen und Abmessungen. Die Becken wurden größer, die Konstruktionen anspruchsvoller, die Produktionsflächen zu klein. 2006 zog KWS deshalb in eine neue Industriehalle. Hier hatte man auf über 3.500 Quadratmetern Fläche genug Platz für Produktion, Büro und ein Freigelände.

KWS in der Branche – immer gut gelaunt und gern gesehen

Klasse statt Masse – und viele spektakuläre Projekte

Darüber hinaus war der Standort in der Nähe der A 3 ideal, um die vielen außergewöhnlichen Becken per Großtransport auszuliefern. Man denke nur mal an das bisher größte KWS-Becken, ein halbolympisches Hallenbad in Segmentbauweise mit den Abmessungen 25 x 14,5 m – ausgeliefert im Jahr 2023. Oder an ein 9 x 15 m Becken, das seit 2021 seinen Platz an der Costa del Sol gefunden hat. Ob weite Wege, komplizierte Einbringungen in vorhandene Gebäude oder Sonderanfertigungen – der Jubilar hat sich von Anfang an als Pool-Manufaktur verstanden, bei dem der Grundsatz „Klasse statt Masse“ gelebt wird. Dieser gilt nicht nur bezüglich der individuellen Herstellung. Er gilt auch beim Service und der Unterstützung auf der Baustelle. So sehr die KWS-Geschäftsleitung die Bedürfnisse ihrer Kunden im Blick hat, so sehr liegt ihr auch am Herzen, dass sich ihre Mitarbeiter wohlfühlen. 

Das halbolympische KWS-Hallenbad in Segmentbauweise mit den Abmessungen 25 x 14,5 m: realisiert zusammen mit der Firma Lange, Rostock.

Selbst Profi-Sportler unter den Kunden

Kein Wunder, dass das rund 30köpfige Team, das sich aus unterschiedlichen Professionen wie Technikern, Zeichnern, Kunststoff-Schweißern, Formenbauern, Verfahrenstechnikern, Stahlschweißern und Kaufleuten zusammensetzt, schon lange „an Bord“ ist. Teilweise schon seit 15, 20 oder sogar mehr Jahren. KWS genießt einen guten Ruf in der Branche – und darüber hinaus. Auch die Fußballer vom VfL Bochum und TSG Hoffenheim vertrauen auf die Kompetenz von KWS. In extra für sie konzipierten Entmüdungsbecken vom Weseler Poolspezialisten regenerieren sie nach ihren Spielen. Aber man muss kein Profi-Sportler sein, um in den Genuss eines KWS-Whirlpools, Sole-, Thermal-, Therapie oder Schwimmbeckens zu kommen. Denn man findet sie in zahlreichen Hotels, Thermen und Ressorts. Auch im privaten Bereich machen sich die KWS-Schwimmbäder gut. Manchmal so gut, dass man aus ästhetischer Sicht denken könnte, man hätte eine Überlaufrinne, obwohl das gar nicht der Fall ist. In der KWS-Zentrale hat man sich nämlich nie auf seinen Lorbeeren ausgeruht, sondern sich stets dafür eingesetzt, noch besser zu werden.  Mit Weitblick, den die niederrheinische Landschaft bietet, hat man Marktentwicklungen in den Blick genommen und sich stets offen gegenüber Neuem gezeigt.

Der High-Level-Pool von KWS: Dieses Projekt wurde vom sopra-Fachbetrieb swim & sweat, Dinslaken, umgesetzt.

Innovationsfreude, High-Level und Infinity-Glas-Pool

So entstand beispielsweise 2010 mit dem Impulsgeber Bernd Henne von der sopra der High Level Pool – eine clevere Entwicklung, bei der man quasi die besten Eigenschaften von Skimmer- und Überlaufpool zusammengebracht hat. So clever, dass es dafür den Innovationspreis der Poolbranche gab. Aber das war nicht das einzige Mal, dass KWS mit einem „Golden Wave“ der Fachzeitschrift Schwimmbad + Sauna oder anderweitig ausgezeichnet wurde. Denn bei KWS hat man seit Gründung immer wieder daran gearbeitet, Bestehendes weiterzuentwickeln und Probleme zu lösen. In diesem Sinne kann man neben dem High Level Pool, der so schick wie ein Überlaufsystem aussieht, aber wesentlich weniger kostet und zudem unter anderem in Sachen Hygiene und Komfort punktet, auch die folgende Innovation in der „KWS Halle of Fame“ sehen: Den Infinity-Glas-PVC-Pool – das einst erste Schwimmbecken mit einer zweiseitigen Glas-Überlaufrinne über Eck.  

Ein KWS-Glaskunstwerk – umgesetzt von sopra-Partner Firma Neugeboren, Ahrensburg.

Detailverliebt und immer am Ziel orientiert, auch kleine „Störungen“ zu beheben

Wer so viel Besonderes schafft und so agil ist, ist als Lieferant gefragt. Deshalb konnte KWS 2018 neben der sopra einen weiteren Fachhändler-Verbund für sich gewinnen: die Topras. Auch mit dieser Gruppe haben die Weseler Beckenbauer viele herausfordernde und interessante Projekte sowohl im privaten als auch im öffentlichen Sektor realisiert. Wer KWS auf den sozialen Medien folgt, der wird schon des Öfteren Bilder und Videos von beeindruckenden Einbringungen und „fliegenden Becken“ gesehen haben.

Das Wabenverbundsystem machte möglich, dass Becken von über 20 m Länge an einem Stück gefertigt werden konnten. Hier sieht man ein Becken für sopra Koblenz.

Sollte es also auf der Autobahn mal zu stockendem Verkehr kommen, dann kann es sein, dass gerade ein Schwertransporter aus Wesel mit dem nächsten Traumpool unterwegs ist. Wobei man bei KWS immer darauf achtet, Beeinträchtigungen und „Nebenwirkungen“ so gering wie möglich zu halten. Vor diesem Hintergrund hat man auch den Mute-Rinnenablauf erfunden. Die spezielle Rinnengeometrie sorgt für eine ruhige Wasserführung, minimiert die Strömungs- und Fallgeräusche des Wassers und erhöht damit die wohltuende Stille und beruhigende Atmosphäre eines Wellness-Refugiums. Auch der „Self-Clean“, der selbstreinigende Schwallwasserbehälter, den KWS gemeinsam mit Kühling & Hauers entwickelt hat, gehört in die Kategorie „Luxusproblem? Gelöst!“. Er minimiert den Pflegeaufwand und bringt damit Extra-Komfort. Während andere Schwallwasserbehälter regelmäßig gesäubert werden müssen, übernimmt der “Self-Clean” diese Aufgabe weitgehend automatisch. Das spart Zeit, reduziert die Arbeit und sorgt dauerhaft für hygienische Verhältnisse – auch im Verborgenen.

Sense-Light, die lineare LED-Unterwasserbeleuchtung von KWS: eine Erfindung, von der man schon vom Hingucken profitiert. Was für ein traumhaftes Lichtermeer! Das vor rund 10 Jahren vorgestellte Lichtsystem wurde über die Jahre weiter perfektioniert und gehört heute mit zu dem beliebtesten Beckenzubehör.

Rückschlag und Gemeinschaftssinn

Doch die Geschichte von KWS verlief nicht ausschließlich geradlinig. Im März 2016 zerstörte ein Großbrand die Produktionshallen des Unternehmens. Für viele Betriebe wäre dies ein schwerer Rückschlag gewesen. Für den Jubilar wurde daraus eine beeindruckende Gemeinschaftsleistung. Dank des außergewöhnlichen Einsatzes der Mitarbeiter konnte die Produktion in Ausweichhallen fortgeführt werden. Bereits 14 Monate später wurde am neu aufgebauten Standort wieder gefertigt. Heute blickt KWS auf Projekte in ganz Europa zurück. Selbst besonders schwierige Einbringungen in bestehende Gebäude gehören längst zum Spezialgebiet der Pool-Manufaktur.

Familienbetrieb durch und durch

Zum Jahresbeginn 2025 übergab Firmengründer Klaus Schrörs die Verantwortung an seinen Schwiegersohn Torben Jungbauer, der seit 2003 im Unternehmen ist, und den man seit vielen Jahren als Referenten der bsw-Akademie kennt. Dieses Ehrenamt ist ihm ein Herzensanliegen. Schließlich blickt man bei KWS immer über den berühmten Beckenrand hinaus, engagiert sich im Verband und setzt sich für die Stärkung der gesamten Branche ein. Das gilt nicht nur für „den Junior“. Auch der Seniorchef, der sich nicht ganz aus der Firma verabschiedet hat, ist weiterhin aktiv. Mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung begleitet er weiterhin die technische Entwicklung des Unternehmens, und er unterstützt den bsw, wo er kann. Auch bei technischen Schulungen.

Klaus Schrörs und Torben Jungbauer bei der bsw-Akademie

Darüber hinaus ist er auf Social Media aktiv – schließlich geht man bei KWS mit der Zeit – ohne die Werte, auf denen KWS gegründet wurde, zu vergessen. Im Gegenteil. Diese sind aktueller denn je: Qualität, Innovationsfreude, Verlässlichkeit und die Leidenschaft, für jede Herausforderung die passende Lösung zu finden, ist nie aus der Mode gekommen. Und der Zusammenhalt innerhalb der Familie auch nicht. Über 40 Jahre hat sich Klaus Ehefrau Monika um Buchhaltung und Finanzen von KWS gekümmert und ihrem Mann den Rücken freigehalten. Mittlerweile verantworten diese Aufgaben die beiden Töchter Sylvia Bross und Christina Grisard, die ebenfalls schon lange im Betrieb sind.

Klaus & Torben: unterschiedliche Generationen – gleiche Ziele: Qualität & Service weiter ausbauen, den Spaß an der Arbeit behalten und stets eine “Hands on”-Mentalität bewahren.

Für die Zukunft gerüstet

25 Jahre nach der Gründung steht KWS damit nicht nur für hochwertige PVC-Pools, sondern für eine echte Erfolgsgeschichte der deutschen Schwimmbeckenherstellung. Oder anders gesagt: Während das Nokia 3310 längst Museumsstatus hat, ist KWS moderner und fortschrittlicher denn je. Und natürlich haben die Weseler Ziele. Sie wollen die Pool-Manufaktur ausbauen und ihren Grundsatz schärfen, nicht nur Hersteller zu sein, sondern als Dienstleister der Fachbetriebe zu agieren. Schließlich soll auch bei anspruchsvollen Projekten die Zufriedenheit der Kunden an erster Stelle stehen. Qualität, Präzision und Projekte, die begeistern – das ist, was KWS ausmacht. Aktuell ist ein neues Schwimmbecken-Sanierungsprogramm in Vorbereitung, das den Fachunternehmen in Kürze vorgestellt wird. Es geht also mit guten Ideen immer weiter.

Der bsw gratuliert sehr herzlich zum 25jährigen Firmenjubiläum, bedankt sich für die jahrelange Unterstützung sowie Mitgestaltung im Verband und wünscht Klaus Schrörs, Torben Jungbauer und dem gesamten KWS-Team alles Gute für die Zukunft!