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Ausgeschlafen statt ausgebrannt

Tagsüber ist man wach, und nachts wird geschlafen. Eine Selbstverständlichkeit? Nicht für Menschen mit Schlafstörungen. Manchmal sind es ganz banale Dinge, die uns die nächtliche Ruhe rauben – der Straßenlärm, die zu hohe Temperatur im Schlafzimmer oder eine unbequeme Matratze. Auch organische Erkrankungen können für Schlafstörungen verantwortlich sein. Am 21. Juni ist Tag des Schlafes. Anlässlich des Aktionstages beleuchten Hanns Landa (HL)  und Martin Wiedemeyer (MW) von Inplace Development die Hauptursache von Schlafstörungen – Stress.

Wie gestresst sind wir?

MW: Nach einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse leidet die Hälfte der Deutschen unter Stress. Dabei belastete sie vor allem die Arbeit und hohe Ansprüche an sich selbst. Jeder zweite mit hohem Stresslevel gab an, unter Schlafproblemen zu leiden. Und meist beginnt damit ein Teufelskreis. Stress führt zu Schlafproblemen, und Schlafprobleme führen zu Stress.

Aber es gibt nun mal Zeiten, da hat man so viel zu erledigen, dass man erst spät ins Bett kommt.

HL: Das ist fatal. Denn gerade wenn man einen vollen Terminkalender hat, braucht man Energie. Und die holt man sich im Schlaf. Wer einen anstrengenden Tag vor sich hat, meistert ihn am besten mit einer entspannten Nacht. Sonst leiden Konzentration und Leistungsfähigkeit.

Irgendwie scheint schlafen und passiv sein nicht in unsere Zeit zu passen.

MW: Während wir vermeintlich nichts tun, laufen Reparaturprozesse in unserem Körper ab. Zellen werden erneuert und Schadstoffe abtransportiert. Kreislauf, Atmung und Puls sind im Schlaf zwar verlangsamt, aber unser Gehirn läuft auf Hochtouren. Gelerntes, Erlebtes und Geübtes setzt sich im Gedächtnis fest und vernetzt sich mit unseren Erfahrungen. Im Schlaf kann das Gehirn besonders gut Informationen speichern, weil es nicht durch neue Sinneseindrücke „gestört“ wird.

HL: Auch Probleme werden über Nacht verarbeitet, und meist sieht die Welt am nächsten Morgen oft schon wieder ganz anders aus. So heißt es im Abendlied – „Der Mond ist aufgegangen“ – von Matthias Claudius ganz zutreffend „Wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt.“

MW: Darüber hinaus ist unser Immunsystem während der nächtlichen Ruhe aktiv. „Schlaf ist die beste Medizin“, sagt der Volksmund, und meint damit, dass die Zahl der natürlichen Abwehrzellen steigt, wenn wir schlafen.

Schlafen macht schlau, schlank und schön.

HL: Und noch einen positiven Effekt hat das Schlafen. Studien zeigen, dass bei Menschen, die wenig schlafen, das appetitanregende Hormon Ghrelin verstärkt ausgeschüttet wird, während der Spiegel des „Sättigungshormons“ Leptin gering ist. Das heißt: wer wenig schläft, isst mehr. Oder positiv formuliert: schlafen macht schlank.

Jeder schläft halt mal schlecht.

MW: Ab und zu mal schlecht schlafen, ist kein Problem. Wer aber dauerhaft nicht gut schläft, ist nicht nur anfälliger für Krankheiten. Müde Menschen sind nervöser, hektischer und sie verlieren schneller die Nerven als ausgeruhte. Am Ende schafft man weniger als wenn man ein paar Stunden länger geschlafen hätte.

HL: Fehler sind dann programmiert. Und die können nicht nur Geld, sondern auch Leben kosten. Ein trauriges Beispiel ist der Absturz eines Air France-Flugzeuges 2009 über dem Atlantik, bei dem 228 Menschen starben. Mitursächlich für die Katastrophe waren schwere Pilotenfehler, die eine völlig übermüdete Crew gemacht hatte.

Selbst wenn man weiß, wie wichtig schlafen ist, manchmal lassen uns die Sorgen des Alltags einfach nicht zur Ruhe kommen. Sollte man dann zu Schlafmedikamenten greifen?

MW: Langfristig ist das keine Lösung. Denn Schlafmittel können die Symptome  lindern, nicht aber die Ursachen beseitigen. Wer stressbedingt nicht schlafen kann, sollte das Übel an der Wurzel packen und Stress reduzieren.

Wie macht man das?

MW: Zunächst einmal ist zu klären, wer oder was einem Stress macht. Denn Stressempfinden ist subjektiv. Ganz oft ist der Stress hausgemacht, weil man zu hohe Erwartungen an sich selbst hat. Machen Sie sich klar, dass Sie die äußeren Bedingungen wie Termindruck, Ansprüche von Vorgesetzten oder das Verhalten von Kollegen meist kaum ändern können, Ihre Einstellung dazu schon. Nicht die Situation oder Ihr Gegenüber ist das eigentliche Problem, sondern Ihr Umgang damit.

Eine kleine Auszeit wirkt oft Wunder.

HL: Verabschieden Sie sich vom Multitasking. Es funktioniert nicht. Machen Sie eins nach dem anderen. Denn auch beim Multitasking werden Dinge nicht gleichzeitig erledigt. Sie wechseln nur schnell zwischen ihnen hin und her. Heiligen Sie den Feierabend und seien Sie auch mal nicht erreichbar.

Hört sich theoretisch einfach an.

MW: Und ist auch praktisch umsetzbar. Jeder kann lernen, Probleme gelassener anzugehen. Es lohnt sich in vielfältiger Hinsicht, seine Stressresistenz zu trainieren. Nicht nur, um besser zu schlafen zu können.

HL: Stressresistenz scheint auch ein Erfolgsrezept zu sein, um gesund und glücklich alt zu werden. Das zumindest legen die Ergebnisse der New England Centenarian Study nahe, der weltweit größten Untersuchung von über Hundertjährigen und ihren Familien. Was die betagten Probanden gemeinsam hatten, war eine ausgeprägte innere Ruhe, und sie ließen sich nicht von Selbstzweifeln plagen.

Auf der bsw-Lieferantenkonferenz am 29. und 30. Oktober 2014 vermitteln Hanns Landa und Martin Wiedemeyer Wissen rund um Stressentstehung und –bewältigung. Darüber hinaus gibt es viele weitere spannende Themen.

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