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Flache Hierarchien haben Zukunft

Auf der bsw-Lieferantenkonferenz hat Stephan Dahrendorf von Inplace Development die Personalarbeit im 21. Jahrhundert thematisiert und sich vor allem auf die Bedürfnisse der Generation Y, also der zwischen 1980 und 1990 Geborenen, konzentriert.

Herr Dahrendorf, warum legen Sie Ihr Augenmerk gerade auf diese Generation?

Diese Generation wird den Arbeitsmarkt verändern wie keine zuvor. Denn im Gegensatz zu den Baby-Boomern, von denen es immer viele gab, sind die Yer rar gesät. Mit Blick auf den (drohenden) Fachkräftemangel werden sie als Mitarbeiter gebraucht und können selbstbewusst auftreten. War die Vorgängergeneration froh, überhaupt einen Arbeitsplatz zu haben, fordert die Generation Y eine Tätigkeit, die sinnvoll ist und Spaß macht. Darauf müssen sich Unternehmen einstellen, wenn sie im Wettbewerb um die klügsten Köpfe die Nase vorne haben wollen.

Was charakterisiert die Generation Y?

Die Generation Y will mit entscheiden und eigene Ideen verwirklichen. Sie verlangt regelmäßiges Feedback, um sich weiterentwickeln zu können.

Die Generation Y  ist „unter der Käseglocke“ groß geworden und hatte die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern. Egal, was sie machte, das Lob ihrer Eltern war ihr sicher. Und nun soll das beim Arbeitgeber anders werden? Diese Generation will in Entscheidungsprozesse eingebunden werden, sich beteiligen und selbst bestimmen, wie sie ihre Aufgaben erledigt.

Das klingt nach Anarchie.

Natürlich muss es klare Rahmenbedingungen geben. Aber es gilt auch, Freiräume zu schaffen, innerhalb derer sich die Mitarbeiter bewegen und eigene Ideen umsetzen kann. Wenn die Arbeit Bedeutung hat und Sinn macht, fühlt sich die Generation wohl. Und dann ist sie leistungsbereit. Ganz wichtig sind darüber hinaus regelmäßiges Feedback, Lernmöglichkeiten, Herausforderungen und Anerkennung.

Ist die Generation Y weniger karrierebewusst als ihre Vorgängergenerationen?

Der Generation Y ist ein breiter Erfahrungsschatz wichtiger als eine steile Karriere. Man spricht von einer Seitwärts- oder Fachkarriere. Die „Umdiedreißigjährigen“ sind Demographiegewinner. Sie werden gebraucht und haben die Wahl. Die wenigsten können die Frage, wo sie in fünf Jahren stehen werden, beantworten. Denn es gibt so viele Möglichkeiten. Hinzu kommt: sie wollen nicht Karriere um jeden Preis. Denn Freizeit hat für sie einen hohen Stellenwert.

Sie sprechen nicht von Work-Life-Balance, sondern von Work-Life-Blend. Warum?

Work-Life-Balance suggeriert, auf der einen Seite stehe die Arbeit, auf der anderen das Privatleben. Heute vermischen sich aber beide Lebensbereiche zunehmend. Abends noch mal schnell ein paar E-mails beantworten, mittags den Arbeitsplatz verlassen, um die Kinder abzuholen. Das ist Alltag und kein Problem, weil man im Zweifel immer mobil erreichbar ist.

Die Bevölkerungsentwicklung spielt der Generation Y in die Hände: sie kann es sich leisten, Forderungen zu stellen.

Das digitale Zeitalter macht´s möglich.

Die Generation Y und das Internet gehören zusammen. Die Yer kennen keine Welt ohne Internet und Social Media. Für sie ist es selbstverständlich, dass Informationen überall verfügbar sind und geteilt werden können.  Das wirkt sich aus. Yer sind offen und mögen Transparenz. Und das fordern sie auch von ihrem Arbeitgeber.

Können Unternehmen der Schwimmbadbranche interessante Arbeitgeber für die Yer sein?  

Die Schwimmbadbranche, die sich insbesondere durch kleine und mittelständisch geprägte Unternehmen auszeichnet, bietet der Generation Y, wonach sie strebt: flache Hierarchien, eine persönliche Arbeitsatmosphäre und im Gegensatz zum Großkonzern schneller die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, eigene Ideen einzubringen und zu gestalten. Die Unternehmen können ihre Vorteile daher mit genau demselben Selbstbewusstsein vortragen, mit dem auch die Generation Y auftritt.

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