grando, der Spezialist für Schwimmbadabdeckungen, feiert Geburtstag – und was für einen! Die 100jährige grando-Story, deren Grundstein Hubert Granderath im Jahr 1924 mit einer kleinen Schreinerei legte, ist geprägt von Höhen und Tiefen, aber vor allem von Erfindungsgeist, unternehmerischem Mut und ganz viel Leidenschaft.
Ans Aufhören denken, als man nach dem Zweiten Weltkrieg vor einem Trümmerhaufen stand, der einmal das Betriebsgebäude gewesen ist? Auf keinen Fall. In die Hände spucken, alles wieder aufbauen und von vorne anfangen – das war die Devise. Sich geschlagen geben, weil man drei Mal vor Gericht patentrechtlich als Erfinder der vollautomatischen Rollladenabdeckung unterlag? Niemals. Bei grando kratze man das Geld zusammen, um alles auf die letzte Instanz zu setzen. Auch wenn man im Falle des Unterliegens wahrscheinlich pleite gewesen wäre. Doch selbst dann wäre grando bestimmt wieder aufgetaucht – so wie der Lieferwagen, den man bei Ebbe an der französischen Atlantikküste abstellte und den man bei Flut fast nicht mehr gefunden hätte.
Aber lesen Sie selbst, wie sich das Unternehmen entwickelte – von einer Schreinerei, die im Treppenbau spezialisiert war, sich dann auf die Auskleidung von Schiffen konzentrierte und schließlich zum international gefragten Hersteller von Poolcovern geworden ist.

Abgehärtet sind die Granderaths
„Ich weiß nicht, was ich nicht gemacht hätte“, erzählt Frank Granderath, Dienstältester der heutigen grando-Chefs über seine 47jährige Zeit beim Familienunternehmen und konkretisiert: „Von Fenster putzen über Lkw fahren bis zum Toilettenpapier bestellen.“ Frank ist sich für nichts zu fein. Und genau so muss es sein. Diesen Rat hat er auch der nächsten Generation mit auf den Weg gegeben. Deshalb war es für seinen Sohn Robin von Anfang an klar, dass er erstmal alle Stationen in der Produktion durchlaufen musste, bevor er mehr im Büro arbeiten durfte. Abgehärtet war Robin ohnehin. Denn schon als kleiner Junge machte sich sein Opa Robert, der als Erfinder der vollautomatischen Rollladenabdeckung in die Geschichte eingehen sollte, immer einen Heidenspaß mit ihm, wenn er ihn zu Beginn der Badesaison in das noch kühle Poolwasser lockte. „Du bekommst 10 Pfennig für jede geschwommene Bahn“, motivierte der Großvater seinen Enkel, der die Herausforderung annahm. Er hat halt schon immer Durchhaltevermögen gehabt, und so schnell kann ihn nichts abschrecken.

Tiefkühlpizza & Dosenbier – auch das nimmt man für guten Kundenservice in Kauf
Während der Corona-Zeit war er beispielsweise mit Kollege Michael Engels – nur mit Sondergenehmigung aufgrund einer dringenden Reparatur – auf Helgoland. Die Insel war damals wie abgeschnitten. Kein Mensch weit und breit. Aber wenn der Kunde einen grando-Service braucht, fährt man hin. Egal, wie die Umstände sind. Da weder Hotels noch Restaurants öffnen durften, mieteten sich die beiden im Kurhaus – mit Jugendherbergscharme – ein und kauften sich fürs Dinner eine Palette Dosenbier und zwei Tiefkühlpizzen im Supermarkt. Sie hatten zwar eine kleine Kochnische, aber keinen Ofen im Zimmer. Deshalb versuchten sie, die Pizza in der Pfanne zuzubereiten. Gefühlte Stunden später, die Palette Bier war fast leer getrunken, war die Pizza immer noch halb gefroren. Man drehte den Herd auf – mit dem Ergebnis, dass ein schwarz verkohltes Etwas entstand. Am Ende teilte man sich brüderlich die restlichen Frikadellen, die Michaels Freundin ihm für die Fahrt mitgegeben hatte. Manchmal muss man bescheiden sein – so wie es Ursula und Robert Granderath, die Eltern der heutigen Führungsriege, lange Zeit waren.
Finanziell angespannte Lage
Als die beiden grando, damals noch eine Schreinerei, in den 1950er Jahren übernahmen, sah es wirtschaftlich wenig rosig aus. „Ich habe immer darauf achten müssen, dass genug Geld für Telefon, Finanzamt und den Lohn der Gesellen da war. Alles andere musste warten“, erinnert sich Ursula, die die komplette Büroarbeit bei grando erledigte, manchmal erst spätabends, nachdem sie die drei Jungs Bert, Frank und Axel ins Bett gebracht hatte.
Dennoch zählte für Robert an sich nur die „körperliche Arbeit“ als Arbeit. Aber Ursulas Wirken war wichtig. Wer weiß, was geworden wäre, wenn sie, die den Blick auf Buchhaltung und Bilanzen hatte, ihren Mann, den „Tausendsassa“, mit ihrer besonnenen Art nicht das ein oder andere Mal in seinem Tatendrang und seinem Erfindergeist gebremst und auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hätte? Denn so toll seine Ideen und Investitionsvorschläge waren – sie mussten auch finanziert werden können. Und daran haperte es in den Anfangsjahren der Ära „Robert & Ursula“ des Öfteren.

Der Trick mit dem Scheck
„Einmal habe ich einen absichtlich nicht unterschriebenen Scheck an einen Gläubiger geschickt“, erzählt Ursula. Ihre Intention war, Zeit bis zum nächsten Geldeingang zu gewinnen. Der Plan ging auf. Der Postversand dauerte ein paar Tage, dann musste der Gläubiger erstmal merken, dass die Unterschrift fehlte, bei Ursula anrufen, die sich „für das Versehen“ entschuldigte und bat, den Scheck zurückzusenden, damit sie ihn vollständig ausfüllen und dem Empfänger erneut zukommen lassen könnte. Die Verzögerung hatte die erwünschte Folge, dass das Konto der Granderaths bis zur tatsächlichen Scheckeinlösung wieder gedeckt war. Clever! Ebenso clever wie die Entwicklungen von Robert, den man als Macher mit Pioniergeist bezeichnen kann. Und das, obwohl er keinen leichten Start ins Leben hatte.
Schicksalsschläge, Krieg und Zerstörung
Geboren wurde er als zweiter Sohn der Eheleute Katharina (geb. Potthast) und Hubert Granderath. Hubert war es, der 1924 die Firma grando als Schreinerei gründete, spezialisiert auf Treppenbau.

Auch wenn es wirtschaftlich zunächst gut lief, gab es einige Schicksalsschläge zu verkraften. 1933 starb Roberts großer Bruder Hans-Hubert und 1939 seine Mutter. Hubert heiratete zwar noch mal und seine zweite Frau Anni kümmerte sich um Robert wie um ihr eigenes Kind. Doch „gute Zeiten“ waren erstmal nicht in Sicht. Der Zweite Weltkrieg begann und Robert, der bei seinem Vater eine Schreinerlehre begonnen hatte, musste diese unterbrechen, weil er eingezogen wurde. Im Oktober 1944 zerstörte eine Bombe sowohl das Wohnhaus als auch die Werkstatt der Granderaths fast vollständig, und im Februar 1945 starb Roberts Vater Hubert in Folge eines Luftangriffs.

Anni: für Robert die liebevolle Ersatzmutter
Roberts Situation: der Vater verstorben, das Haus sowie die Werkstatt in Trümmern. Doch es gab einen Lichtblick: Roberts Ersatzmutter Anni. Sie führte die Firma, bis Robert seine Gesellen- und Meisterprüfung in der Tasche hatte und die Firma 1954 übernehmen konnte.

Übernahme der Firma durch Robert: Schiffsinnenausbau & Rollladenproduktion
Gemeinsam mit seiner Frau Ursula (geb. Kierdorf), die er 1955 heiratete, richtete er die Firma neu aus. Er konzentrierte sich zunächst auf den Innenausbau von Schiffen und belieferte unter anderem die Schiffswerft Berninghaus in Köln. Als der Wettbewerb in diesem Bereich zunahm, suchte er nach Alternativen – und fand sie in der Rollladenproduktion. Er begann mit der Herstellung von Leisten. Um sich unabhängig zu machen, investierte er – trotz knapper Mittel – in eine vierseitige Fräsmaschine, die er auf der Hannover Messe entdeckte.
Eine mutige Entscheidung in wirtschaftlich unsicherer Zeit. Doch für Robert galt: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Schon nach wenigen Monaten platzte das Lager aus allen Nähten. Leider blieb die Nachfrage nach einzelnen Leisten hinter den Erwartungen zurück. Und das, obwohl Ursula Abend für Abend auf der heimischen Schreibmaschine Briefe an alle Rollladenproduzenten in der Umgebung tippte. Zur Erinnerung: das war die Zeit ohne PC, das heißt: verschrieb man sich, musste man von Neuem beginnen. Auch Robert begann vor dem Hintergrund der mangelnden Absatzmöglichkeiten einzelner Rollladenstäbe dann etwas Neues. Er fing an, komplette Rollläden selbst zu fertigen. Und das mit Erfolg.

Die heutige Führungsriege erblickt das Licht der Welt
Erfolg stellte sich ebenso im Privaten ein. Die ersten drei Kinder kamen zur Welt: Bert 1957, Axel 1958 und Frank 1959. Wie alle Kinder liebten auch sie das Element Wasser. Davon inspiriert baute Robert zunächst aus Rollladenelementen kleine Planschbecken. Dann kam ihm die Idee, transportable Schwimmbecken aus robusten, halbrund geformten kunststoffbeschichteten Hartfaserplatten zu konstruieren. Da er selbst den Krieg erlebt hatte, sollten sie „kriegssicher“, also extrem widerstandsfähig und robust, sein. Diese präsentierte er 1960 auf der Kölner Messe spoga – und das Publikum war begeistert.

Präsenz auf der Kölner Messe spoga
Während die Becken anderer Anbieter weiß waren, setzte Robert zunächst auf „Hammerschlag-Look“. Aber am ersten Messeabend gefiel ihm das dann doch nicht mehr. Also nahm er Pinsel und Farbe in die Hand und verpasste seinem Pool über Nacht einen weißen Anstrich. „Gesagt. Getan“ – das war Roberts Motto. Und für Probleme fand er immer eine Lösung.

Ursula verrät, dass Robert auf der Messe gemerkt hatte, dass das Ausstellungsbecken Wasser verlor und sich auf dem Boden ausbreitete. Irgendwo war eine kleine Undichtigkeit, die sich aber so schnell nicht beheben ließ. Kurzerhand bohrte Robert ein Loch in den Hallenboden, über das das Wasser eine Etage tiefer in den Keller floss. Eventuell hat sich damals jemand über das Tropfen von der Decke gewundert. Das ein oder andere klärt sich eben erst später auf. So hat es auch Frederik Granderath, Sohn von Frank, erlebt. Als er noch im Studium war, und eine Klausurwoche direkt nach der Messe in Lyon anstand, dachte er sich, er könnte mit nach Frankreich fahren, tagsüber Standdienst machen und abends lernen. „Da wusste ich ja noch nicht, was auf mich zukommt“, scherzt er mit Blick auf die typischen Messeabende der Schwimmbadbranche. Aber ein echter Granderath weiß mit Herausforderungen umzugehen.

Geschenkt bekamen die Granderaths nichts
Ohnehin bleibt Freddy, wie er genannt wird, cool. So richtig kann ihn nichts aus der Ruhe bringen. Einmal gab es einige Tage vor einer großen Betriebsweihnachtsfeier mit externen Gästen einen Brand in der gebuchten Lokalität. Jeder andere wäre in Panik verfallen, wo er die Leute nun alle unterbringen und bewirten sollte. Aber Freddy sagte gelassen: „Dann muss ich wohl ein anderes Restaurant suchen.“ Recht hat er. Aber ein bisschen mehr Zeit wäre schön gewesen. Wobei die sein Bruder Robin auch nicht hatte. Als er nach seinem Bachelor einen dreimonatigen Sprachaufenthalt in den USA absolvierte, hatte Papa Frank es so geplant, dass er „quasi direkt nach der Landung in Deutschland“ bei grando anfangen sollte. Erstmal ein paar Tage chillen, dann langsam wieder in der heimischen Zeitzone akklimatisieren und den Abschluss seines Studiums genießen – das war nicht drin.
Auch seinem Opa Robert war es schließlich nicht vergönnt, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Als er 1963 die Schwimmbad-Rollladenabdeckung erfunden und zum Patent angemeldet hatte, hätte man ihm gewünscht, dass er sich erstmal entspannt hätte zurücklehnen können. Doch das war leider nicht so. Dass er erst elf Jahre nach Entwicklung das Patent in seinen Händen halten konnte, hatte seine Gründe.

Durchziehen, nicht aufgeben – das war Roberts Motto
Denn es gab Neider, die ihm das Leben schwer machten. Wettbewerber bauten das grando-Original nach, und es wurde behauptet, das Cover wiese keine hinreichende Erfindungshöhe auf, um patentiert zu werden. Robert musste sich juristisch wehren. Obwohl er in mehreren Instanzen verlor, zog er die Sache bis zur letzten durch. Dort obsiegte er endlich – nach 3 Niederlagen. Den Mut muss man erstmal haben. Denn im Falle eines nochmaligen und damit endgültigen Unterliegens hätte man Insolvenz anmelden müssen. Die Patent- und Rechtsstreitigkeiten haben damals nicht nur viel Geld, sondern vor allem auch ganz viel Kraft, Arbeitsaufwand, Zeit und Nerven gekostet. In diesem Zusammenhang erinnert sich Axels Sohn Felix, dass Opa Robert zu ihm früher, weil er ziemlich faul in der Schule war, gesagt hat: „Mit Fleiß kann man viel erreichen. Ein bisschen pfiffig muss man natürlich auch sein. Aber wenn man sich „dahinterklemmt“, kommt man weit.“ Und diesen Rat hat er selbst beherzigt. Während andere vermutlich schon längst aufgegeben hätten, hat er weiter gekämpft und sich “dahintergeklemmt”.
Man kann also nicht sagen, den Granderaths wurde was geschenkt. Dennoch resümiert die heute 90jährige Ursula demütig die grando-Geschichte mit den bescheidenen Worten: „Wir haben viel Glück gehabt.“

Sie sei dankbar, dass es ihr und ihrer Familie jetzt gut gehe, und sie sehe mit großer Freude, wie engagiert die dritte und vierte Generation das Werk ihres 2012 verstorbenen Mannes weiterführe. Sie kann das ganz genau sehen. Denn ihre Wohnung befindet sich in der oberen Etage des Firmengebäudes. Felix, der meist morgens der erste im Betrieb ist, bringt ihr die Zeitung hoch, und jeden Mittag kommen die Kinder und Enkel zu ihr zum Essen rauf. Ein echtes Familienunternehmen. Sie selbst hat ihre Buchhaltungstätigkeit langsam auslaufen lassen, nachdem Bert, Frank und Axel die Firma 1996 übernommen hatten.
grando tat und tut viel für seine Mitarbeiter
Zwar zog sich damals auch Robert aus dem Geschäft zurück. Doch er schaute regelmäßig im Betrieb vorbei und unterhielt sich mit den Mitarbeitern, die sich immer über seinen Besuch freuten. Er war bei der Belegschaft sehr beliebt. Das lag auch daran, dass er sozial eingestellt war, das Personal unterstützt und auch in Ausnahmesituationen unkompliziert geholfen hat. Das ist heute noch so. „grando tut viel für seine Leute“, sagt Stefan Richartz, der seit 24 Jahren im Unternehmen ist, und berichtet von unvergesslichen Betriebsausflügen, gemeinsamen Grill-Events und ganz viel Wertschätzung. Da wundert es nicht, dass ein Großteil des Teams schon viele Jahrzehnte dabei ist. „Wer bei grando anfängt, der geht eine Art Ehe ein“, meint Horst Zahr augenzwinkernd. Er selbst ist seit 34 Jahren “Grandoianer”.

2013: Hochwasser & Rückblick auf fünf Jahrzehnte Rollladenproduktion
Bei grando hält man jedenfalls zusammen. Man ist füreinander da, die Führung für die Mitarbeiter, und die Mitarbeiter für die Firma, Hierarchiegehabe gibt es nicht. Das ist auch das, was das Team so an grando mag. Und das ist auch der Grund, weshalb alle bereit sind, mit anzupacken, wenn Not am Mann ist. Unabhängig davon, ob eigentlich Feierabend wäre. Als 2013 nach einem Starkregen die Firma „unter Wasser stand“, war die grando-Crew sofort zur Stelle, hat Wasser abgepumpt, Schlamm beseitigt und Schäden repariert – auch wenn der eigentliche Arbeitsplatz sonst eher am Schreibtisch war.
2013 hatte man aber nicht nur Hochwasser. Es war ein ganz besonderes Jahr für grando. Denn man beging das Jubiläum „50 Jahre grando-Rollladenabdeckung“. Gefeiert wurde unter anderem auf der aquanale in der Kölner Messe. Die Location war nur konsequent. Schließlich hatte sich Robert ja seinerzeit hier mit einem Bohrloch verewigt. Man blickte auf den Weg zurück, den Robert von den Aufstellbecken bis zur vollautomatischen Rollladenabdeckung gegangen ist.

1963 – das entscheidende Jahr
Aufgrund des Erfolgs auf der spoga 1960 setzte man die Schwimmbeckenproduktion fort, ohne mit dem Rollladenbau aufzuhören. Und dann kam das Jahr 1963. Während woanders wenig zukunftsweisende Dinge wie die Getränkedose zum Aufreißen erfunden wurden, arbeitete Robert daran, wie man Vergnügen und Verantwortung zusammenbringen kann. Denn er war nicht nur ein begabter Handwerker, er hatte auch ein gutes Gespür für Trends. Auf einer Kunststoffmesse entdeckte er die aus Amerika stammende Rollladenabdeckung für Schwimmbäder. Ihm war sofort klar, warum sie sich nicht durchsetzen konnte. Ein geeignetes Antriebssystem fehlte. Er entwickelte eins und damit die erste vollautomatische Rollladenabdeckung. grando ist also das Original. Nachdem die Schwimmbeckenproduktion eingestellt worden war, konzentrierte man sich ausschließlich auf die Herstellung von Abdeckungen. Das ist bis heute so geblieben. Never change a winning product.

grando-Cover: vom Schutz vor Verschmutzung zum Energie- und Wassersparen
Wobei es anfangs gar nicht absehbar war, dass es sich um ein „winning product“ handelt. Auf den ersten Messen, auf denen man das Cover ausstellte, musste man sich Bemerkungen wie „das braucht doch kein Mensch“ gefallen lassen. Wie man sich täuschen kann. Denn die Schwimmbadabdeckung aus Bergisch Gladbach hat schon mehrfach ihre vielfältigen Vorteile unter Beweis gestellt. Zunächst stand der Schutz vor Verschmutzung des Wassers im Vordergrund. Infolge der Ölkrise von 1973 bekam der Energiespareffekt eine größere Bedeutung, den man heute mithilfe des Rechners des Fraunhofer Instituts für Bauphysik im Detail nachvollziehen kann.

Als man in den Jahren 2022/23 aufgrund der Gasmangellage durch den Ukraine-Krieg plötzlich mit einem „Poolheizverbot“ in Deutschland konfrontiert war, überzeugte die grando-Abdeckung abermals. In doppelter Hinsicht. Zum einen in klassische Ausführung – weil sie Wärme bewahrt. Zum anderen punkteten die Rollläden mit Solarprofilen – weil sie zudem Wärme erzeugen, so dass man auf externe Energiequellen ganz verzichten kann.
Seitdem die Diskussion über lang anhaltende Hitzeperioden und Trockenheit medial präsenter ist, ist der Wasserspareffekt beim grando-Cover in den Mittelpunkt gerückt. Sogar schwarz auf weiß. Laut den Berechnungsgrundlagen der europäischen Umweltnorm DIN EN 17645 können die Abdeckungen aus Bergisch Gladbach die Verdunstung erheblich reduzieren – um über 80 Prozent. Das ist dieselbe Größenordnung wie das Energiesparpotential. Insgesamt erreichen die grando-Cover die beste Energieklasse „A“ gemäß des Europa-Standards. Das sorgt für mehr Transparenz bei Verbrauchern. Insofern ist das Regelwerk hier positiv zu bewerten, was man nicht von allen Vorschriften sagen kann.

Bürokratie – auch damals schon ein Thema
Als Robert damals ins Rollladengeschäft einstieg, gab es von Seiten der Innung die Auflage, dass er noch seinen Meister im Rollladen- und Jalousienbau absolvieren müsste. Und das, obwohl er bereits erfahrener Schreinermeister war. Er hätte sich über die zusätzliche Bürokratie ärgern können, aber der Macher machte einfach. Wie nicht anders zu erwarten war, bestand er die Prüfung 1965.
„Cover-Gene“ auch im Kaffeebusiness nützlich
Und ein weiteres freudiges Ereignis folgte: 1968 kam nach drei Söhnen die langersehnte Tochter Daniela zur Welt, die im Gegensatz zu ihren Brüdern heute nicht mehr im Poolabdeckungsgeschäft ist, sondern ihre „Cover-Gene“ nutzt, um Kaffee mit den schönsten Milchhäubchen zu versehen. Als Gründerin von espressoagogo ist sie Barista-Künstlerin, die jede Tasse Genuss als individuelles Einzelstück unter Einsatz von Handarbeit, Präzision und Liebe herstellt. Genau nach diesem Rezept entstehen die grando-Abdeckungen „Made in Germany“.

Bodenständigkeit und Kompetenz
Trotz des großen Cover-Erfolges blieb man bei grando bodenständig. So war das Büro bis 1969 im Wohnzimmer der Granderaths untergebracht. Ursula erinnert sich noch ganz genau: „Wir hatten eine Jalousette an der Decke hängen, die das Wohnzimmer teilte. Bei Bedarf wurde sie heruntergezogen, so dass ich ungestört arbeiten konnte.“ Die Kinder hatten durch die räumliche Nähe stets Kontakt zur Firma und bekamen „ganz nebenbei“ viel mit, so dass man sagen kann: die heutigen Chefs sind mit Abdeckungen aufgewachsen.

Sie kennen sich aus, wissen Bescheid über Feinheiten, Details und technische Besonderheiten, und sie können auf einen breiten Erfahrungsschatz zurückgreifen. Wenn der „Rucksack des Lebens“ so viel Wissen rund um den Rollladen enthält, dann ist klar, warum grando für Becken aller Art Cover fertigen kann – und sogar ein System für sogenannte Rucksackschächte anbietet. Was das ist? Eine besonders elegante Variante, bei der der Rollladen hinter einer Klappe in der Beckenwand verschwindet.
grando-Abdeckungen: Umweltschutz & mehr
Verschwinden kann mit grando auch das Vorurteil, ein Pool sei eine Umweltsünde. Aber der “Energie- und Wassersparer” aus dem Bergischen Land, der mit Solarfunktion ausgestattet auch Wärmeerzeuger ist, schont nicht nur die natürlichen Ressourcen. Er verfügt auch über weitere Vorteile. Dazu gehört die Hemmung des Algenwachstums, so dass weniger Pflegmittel gebraucht wird und der Reinigungsaufwand geringer ist. Zudem schützt grando im Indoorbereich die Bausubstanz. Dadurch kann die Laufzeit der Entfeuchtungsanlage verkürzt werden, was wiederum Strom und Geld spart. Da ein grando-Cover per Fernbedienung steuerbar ist, entsteht ein Komfortgewinn. Und ästhetisch sieht der schicke Rollladen, der jedem Pool ein geschmackvolles “Finish” verleiht, ja ohnehin aus.

Geniale Projekte & Next Generation
Wie genial! Mindestens so genial wie die Idee, in schwindelerregender Höhe zwei Häuser – wie beim Projekt „Embassy Gardens“ – mit einem Pool zu verbinden und ihn trotz herausfordernder Windverhältnisse mit einer Abdeckung zu versehen. Mit grando natürlich. Frischer Wind weht auch im Betrieb. Denn mittlerweile arbeitet mit Lara, Frederik, Robin und Felix Granderath auch die vierte Generation im Unternehmen, so dass die Familientradition fortgesetzt wird. Auch sie ist – wie das bei ihren Eltern war und wie das in einem Familienunternehmen üblich ist – mit der Firma aufgewachsen. Man hat den Grundsatz, dass jeder seinen eigenen Bereich hat, fortgesetzt. So vermeidet man Streitereien. Glücklicherweise ergänzen sich die vier in ihren Stärken und Eigenschaften. Während Lara und Freddy sich schwerpunktmäßig um Vertrieb und Marketing kümmern, stehen bei Felix und Robin Technik und Produktion im Vordergrund. Die beiden letzteren sind sehr perfektionistisch, detailverliebt und halten sich hin und wieder an Kleinigkeiten auf. „Da braucht es manchmal einen Freddy, der Fünfe gerade sein lassen kann“, gibt Felix lachend zu. Die drei Jungs haben bereits als Schüler bei grando ausgeholfen, um ihr Taschengeld aufzubessern.
Insgesamt ist die nächste Generation – im wahrsten Sinne des Wortes – spielerisch ins Unternehmen gekommen. „Als Kinder haben wir oft Firma gespielt“, erzählt Lara. Weihnachten, als alle Enkel oben bei Oma und Opa waren, die über dem Betrieb wohnten, sind sie runtergegangen, haben sich an die Schreibtische gesetzt, auf den Computern herumgetippt, telefoniert und „gearbeitet“ – so wie Kinder sich das halt vorstellen.

Während den Jungs schon früh klar war, dass sie später einmal zu grando gehen wollten, war das bei den Mädchen damals noch ungewiss. Laras Cousine Julia hat als Psychologin einen Weg außerhalb der Schwimmbadbranche eingeschlagen. Und auch Lara konnte sich zunächst noch nicht so recht vorstellen, einmal in einem eher techniklastigen Bereich zu arbeiten. Aber mittlerweile weiß sie, wie besonders es ist, in einem Familienunternehmen zu sein. Ihr bedeutet es viel, dazu beizutragen, das Werk ihres Opas und Ur-Opas in die Zukunft zu führen. Schon in jungen Jahren wusste sie über Schwimmbadabdeckungen Bescheid, und sie berichtet, dass sie es früher nie verstanden hätte, wenn andere Kinder keine Ahnung von Poolcovern hatten.
Noch nicht ganz so exakt weiß das Frederiks Sohn Oskar, Vertreter der fünften Generation, der gerade in die Schule kommt. Dennoch ist er nah dran an grando. Seine Aussage lautet: „Der Papa geht jeden Tag in die Firma. Dort verdient er Geld. Und von dem Geld können wir in Urlaub fahren.“ Der Kleine hat´s erfasst, auch wenn sein Statement nicht alle Aspekte berücksichtigt. Aber wer ist schon allwissend? Selbst die kompetente grando-Crew kann nicht immer jedes Detail parat haben.

Ob Petry oder Drews – Hauptsache, das Cover ist montiert
Dazu folgende Geschichte: Die grando-Mitarbeiter hatten bei einem Herrn, der Wolfgang Petry sehr ähnlich sah, ein Poolcover anzubringen. Ob es tatsächlich der Schlagerstar war, ist nicht überliefert. Es lag jedenfalls nahe, auch wenn offiziell ein anderer Namen angegeben war. Jeder – zumindest fast jeder im Team – ging davon aus, dass man einen echten Promi vor sich hatte. Eine Sekretärin bat die Monteure, ihr doch bitte beim nächsten Termin ein Autogramm mitzubringen. Der Wunsch wurde vorgetragen, woraufhin der (vermeintliche) Star ziemlich genervt reagierte. Er fragte: „Was meinen Sie denn, wer ich bin?“ Darauf der Monteur: „Sie sind doch der Herr Drews“. Stille. Still wird es bei den Granderaths sonst eher selten. Und auch Ruhe gönnt man sich nicht oft. Denn die Devise lautet: „Alles fürs Schwimmbad – alles für die Branche“.

Berts Branchenengagement – oder: grando kann mehr als Rollläden produzieren
Neben seinem Job im Unternehmen scheint Bert die „Tausendsassa-Gene“ seines Vaters geerbt zu haben. Auch sein Neffe Frederik ist auf gutem Weg dahin. Seit Jahrzehnten engagiert sich Bert ehrenamtlich für und in der Schwimmbadbranche. Dieter C. Rangol, ehemaliger Geschäftsführer des Bundesverbandes Schwimmbad & Wellness (bsw), bezeichnet ihn als „Mann der ersten Stunde“, selbst zu Zeiten, zu denen es mit dem BSSW und dem BFST zwei verschiedene Schwimmbadorganisationen – eine für die Hersteller, eine fürs Handwerk, gab. „Als es noch üblich war, gegeneinander zu arbeiten, war Bert führend, eine Brücke zwischen den unterschiedlichen Wertschöpfungsstufen zu bauen“, erinnert sich Dieter. Kein Wunder, dass Bert im ersten Vorstand der gemeinsamen Standesvertretung derjenige war, der mit den meisten Stimmen gewählt wurde. Auch bei der Gründung des europäischen Verbandes EUSA oder bei der Einrichtung der WAPSA, des weltweiten Netzwerkes für Schwimmbadakteure, bei der Konzipierung neuer Messen wie der aquanale und bsw-Dienstleistungen habe Bert Pionierarbeit geleistet.

Nachdem sich BSSW und BFST im Jahr 2000 zum bsw zusammengeschlossen haben, leitet Bert den PR- und Marketingausschuss. Während Dieter die bsw-Geschäftsführung mittlerweile an Ute Wanschura abgegeben hat, dauert die unentgeltliche Arbeit von Bert an. Ute bringt das wie folgt auf den Punkt: „Wie kaum ein anderer ist Bert immer zur Stelle, wenn Freiwillige gesucht werden – insbesondere auch für Aufgaben, die wenig beliebt, aber wichtig sind.“
Arbeit, Spaß & Lebensweisheiten
„Geschäftlich habe ich mit grando wenig bis gar nichts zu tun“, sagt Frank Eisele, Normungsexperte und Vorsitzender des Technischen Beirates im bsw. Dennoch begegne man sich wegen Berts vielfältigem Wirken oft – meist bei Normungs-, Verbands- und Gremiensitzungen. Frank erzählt, dass er grando und Bert zwar gefühlt „schon immer“ kannte, aber 2007 habe sich der Kontakt intensiviert. Damals erarbeiteten die beiden mit anderen Fachleuten diverse technische Dokumente für die EUSA, dessen Präsident Bert zu der Zeit – und auch später – war. „Als zurückhaltender Schwabe hat mich immer Berts eloquente Art fasziniert“, berichtet Frank mit einem Lachen. Bert habe fachlich Ahnung, aber er überzeuge eben auch menschlich, so Frank weiter. Er sei nie überheblich gewesen, auch früher nicht, als er noch nicht das Standing und den Bekanntheitsgrad im Wirtschaftszweig gehabt hätte, das er heute hat.

Mit Diplomatie hätte Bert die Meetings geleitet, und er konnte auch Argumente anderer gelten lassen. Wenn sie überzeugend waren. Wenn nicht, habe Bert für seine Meinung gekämpft – voller Elan und Temperament. Trotzdem hatte er Kraft genug, den Abend nach solchen Sitzungen, bei denen es kontrovers zuging, genussvoll zu gestalten. Dieter fügt hinzu: „Wo immer wir hinfuhren: Bert hatte im Vorfeld stets nach passenden Restaurants Ausschau gehalten. Das gehörte quasi zur Sitzungsvorbereitung dazu.“ Egal, wie lange die Abende dauerten, selbst zu später Stunde konnte man von Bert noch was lernen. Denn er gab auch weit nach Sonnenuntergang viele seiner Lebensweisheiten zum Besten.
Auch der stärkste Mann muss mal schlafen

So energiegeladen er ist, manchmal braucht selbst der stärkste Mann seinen Schlaf. So trug es sich zu, dass sich Stefan Richartz, Dieter Rangol und Bert vor Sonnenaufgang in der Firma verabredeten, um einen sehr frühen Flug zur Moskauer Messe Aquatherm zu bekommen. Stefan und Dieter kamen überpünktlich und nutzten die Zeit, um noch einen Kaffee zu trinken. Dann rückte der vereinbarte Zeitpunkt näher und man wollte Richtung Airport aufbrechen. Wer noch fehlte, war Bert. Die beiden gaben ihm noch fünf Minuten Karenzzeit, aber dann riefen sie ihn an, ließen klingeln. Und klingeln. Und endlich meldete er sich. Ganz verschlafen. Er träumte noch süß, hatte den Wecker nicht gehört. Dann gab er Gas, machte sich im Affenzahn-Tempo fertig und traf wenig später im Betrieb ein. Man raste zum Flughafen, konnte auch noch das Gepäck aufgeben. Aber als man im Laufschritt beim Boarding ankam, schloss gerade der Schalter. Mist. Das Gepäck flog also erstmal alleine Richtung Osten, und die drei Herren hatten Zeit, sich ein paar Stunden auf dem Flughafen umzusehen, bis sie am Nachmittag mit der nachfolgenden Maschine hinterherreisen konnten. Da hatte sich das frühe Aufstehen ja gelohnt. Aber: zur Messe sind sie noch gekommen und das Gepäck hat sie, wenn auch etwas verspätet, erreicht. Insofern: Ende gut. Alles gut.

Wie man sich im Ort bekannt macht – oder: wenn Profile den Verkehr zum Halt bringen
So auch der Schluss der Geschichte von den Profilen, die vom Lkw fielen. Früher, erzählt Stefan, habe man die Profile noch selber abgeholt. Da nahm man es mit den Sicherungsvorschriften der Ladung nicht immer ganz so genau – frei nach der rheinischen Regel „Et hätt noch immer jot jejange“. Kurz vor Ankunft bei grando musste ein Fahrer mal einen Bahnübergang überqueren. Es ruckelte und ruckelte. Und dann: ein lautes Geräusch. Und die gesamte Fracht kippte auf die Straße. Der Auto-Verkehr musste gestoppt werden, die Bahn kam nicht mehr durch und musste warten. Der Besitzer einer nahegelegenen Tankstelle rief direkt bei grando an und schilderte das Unglück. Die Cover-Crew setze sich sofort in Bewegung, um dem Fahrer zu helfen, die Profile einzusammeln. Mit vereinten Kräften behob man das Missgeschick.
Zudem war in Sachen Öffentlichkeitsarbeit ein großer Coup gelungen. Die im Stau stehenden Autofahrer, die bisher noch keine Berührung mit dem Thema Poolcover hatten, wussten nun Bescheid. Auch dem Tankwart wird grando in Erinnerung geblieben sein. Bestimmt hat auch die lokale Presse davon berichtet. Dafür hätte man sonst eine teure Anzeige schalten müssen. Nicht umsonst ist Bert also Vorsitzender des PR- und Marketingausschusses im bsw. Und seine Tochter Lara hat ebenfalls das richtige Näschen fürs Marketing. Kleine Bemerkung am Rande: wie das so ist, wenn Vater und Tochter zusammenarbeiten – das ein oder andere Mal geht´s hitzig her. Dann wird temperamentvoll und leidenschaftlich diskutiert. Aber beiden geht es um die Sache und darum, grando weiter voranzubringen.

International unterwegs
Die Granderaths sind halt immer in Bewegung – so wie ihr Rollladen, der in über 50 Ländern Positves für verantwortungsvolle Poolbetreiber bewirkt. An eine Montage in Frankreich erinnert man sich bis heute:
Monteur Schorsch, der sonst nie anrief, klingelte ganz aufgeregt bei Frank durch „Ich muss mal mit Dir reden“, fing er an und klang besorgt. Frank fragte sofort zurück: „Was ist passiert? Gibt´s Verletzte?“ Die gab es zum Glück nicht. Aber was anderes war passiert. Schorsch & Kollegen waren in Richtung Normandie unterwegs, um eine Schwimmbadabdeckung auszuliefern. Das Fahrzeug war gepackt, und auf dem Dach hatte man die Rollen befestigt. Geplant war, den Lkw an der Küste abzustellen und von dort mit einem Motorboot den Transport fortzusetzen. Denn die Anlage befand sich auf einer Insel.
Wenn sich ein Lkw als U-Boot bewährt
So schön es an der französischen Atlantikküste ist, so beeindruckend ist dort auch das Spiel der Gezeiten mit teils dramatischen Höhenunterschieden zwischen Flut und Ebbe. Der vorausdenkende Leser kann ahnen, was geschah. Als man ankam, war Niedrigwasser. Kein Problem, einen Parkplatz zu finden. Der erste Teil der Ladung war schnell ins Motorboot verfrachtet, und man fuhr zur Insel, um mit der Montage zu beginnen. Einige Zeit später machte man sich auf den Weg von der Insel zurück zum Lkw, um den Rest der Sachen zu holen. Doch der Lkw ragte nur noch zum Teil aus dem Wasser heraus. Die Flut stieg schnell, und am Ende blieben nur noch Teile der Rollen auf dem Dach sichtbar.

Der Lkw wurde später in „U52“ umbenannt. Denn er hatte sich schließlich als U-Boot bewährt. Kann passieren, wenn man vergisst, einen Blick in den Tidenkalender zu werfen.

Der „Bundes-Berti“ und die grando-Fähigkeit, sich an jede Situation anzupassen
Frank, der damals mit Kollegen anrückte, um den Lkw zu befreien, lacht heute über die Geschichte. Es gibt Schlimmeres! Überhaupt nimmt man´s bei grando nicht so schwer und feiert die Feste, wie sie fallen. Horst erinnert sich in diesem Zusammenhang an eine entspannte Poolparty auf dem Firmengelände, bei der der „Bundes-Berti“, wie Chef Bert Granderath genannt wird, der erste war, der seine Badehose anhatte und ins Becken sprang. Aber er kann nicht nur schwimmen. Auch die musikalische Unterhaltung gehört zu seinen Stärken. Ein Abend anlässlich der BSSW-Infotage im Frankfurter Sheraton-Hotel ist in die Geschichte eingegangen. Erstmal wurde für alle Caipirinha bestellt, und dann setzte sich Bert ans Piano. Er gab sein ganzes Repertoire an fünf Musikstücken zum Besten und sang dazu. Abdecker sind halt vielseitig. Man sagt grando ja nach, sich überall anpassen zu können. Das scheint also nicht nur in Bezug aufs Cover und die Beckenformen, sondern auch mit Blick aufs Team und die Situation zu gelten.
Draht & Akkuratesse
So flexibel man ist, so präzise wird auch bei grando gearbeitet. Wissen wir – könnte man jetzt sagen, wenn man den Fokus auf die Rollladenproduktion legt. Genauigkeit und Pflichtbewusstsein – das gehört bei grando aber ebenso dazu. Insbesondere der leider viel zu früh verstorbene Axel hatte viel von diesen Tugenden. Da er mit seiner Familie nur wenige Minuten von der Firma entfernt wohnte, kam es vor, dass er oft „noch mal schnell rüber fuhr“, um nach dem Rechten zu schauen. Sohn Felix dachte sich in jungen Jahren immer „wie bescheuert“. Aber heute ertappt er sich dabei, dass er seine Gene nicht leugnen kann. Absolute Genauigkeit war auch Axels Devise beim Messeaufbau. Horst berichtet, dass Axel ein Faible für Draht & Akkuratesse hatte. „Alle anderen hatten ihre Bilder am Messestand schon längst mit Klebefixierung hängen und standen mit einem Bier in der Hand da, als bei grando immer noch der Draht zurecht gebogen wurde“, erzählt er lachend. Und weiter heißt es: „Eigentlich hingen die Bilder am Messestand immer schief, obwohl wir gefühlte Ewigkeiten mit der Ausrichtung verbrachten.“ Solange nur was schief hängt und nichts schief läuft, ist doch alles bestens. Und das ist bei grando so. Zumindest meistens.

Bei der ersten aquanale gab es ein unvergessenes Malheur. Ein Gabelstapler fuhr aus Versehen am letzten Aufbautag gegen das Ausstellungsbecken, so dass Wasser austrat und sich auf dem Hallenboden verteilte. Über Nacht bekam man es zwar hin, das Becken zu flicken, aber leichter wäre es mit Robert und seinem Bohrlochpatent von der spoga gewesen. Früher war halt nicht alles schlechter. Und bei grando versteht man es, Bewährtes mit Neuem zu verbinden. Das heißt unter anderem, man nutzt die Möglichkeiten, die die Digitalisierung mit sich bringt. Aber man verbindet sie mit den traditionellen Werten, die grando groß gemacht haben. Dazu gehört ein persönlicher Kundenservice – auch wenn man woanders schon den Feierabend eingeläutet hat. Das schätzt die Kundschaft im In- und Ausland.
Spannung mit grando, dem Unternehmen, das Gewicht in der Branche hat
Mehrfach sind Pools mit Cover aus Bergisch Gladbach schon international ausgezeichnet wurden. So darf sich der Jubilar unter anderem mit dem Titel „Kreateur des schönsten privaten Cover-Pools Europas 2023“ schmücken.

Auch für die aktuelle Runde des europäischen Wettbewerbs hat man sich qualifiziert. Es bleibt also spannend – hoffentlich so spannend wie der Spielfilm, den Frank und Horst einmal während einer Fahrt kurz nach der Wende in die „neuen Bundesländer“ schauten. Die beiden standen lange im Stau, und da das Auto einen Fernseher hatte, guckten sie einen Film. Dieser war aber leider noch nicht zu Ende, als sich der zähflüssige Verkehr auflöste. Obwohl sie einen Termin hatten und eigentlich hätten weiterfahren können, machten sie auf einem nahegelegenen Parkplatz halt, um weiterzuschauen. Sie wollten wissen, wie der Streifen endet. So fesselnd war er. Bei grando gibt´s Chefs, die auch mal ein Auge zudrücken können. Natürlich nicht, wenn es um so wesentliche Themen wie Kindersicherheit geht. Wobei Horst auch dazu etwas Lustiges beitragen kann. Früher mussten er und Frank sich immer Sandwesten anziehen, um externen Prüfern gegenüber zu dokumentieren, dass die grando-Abdeckung im Notfall einen Menschen von 100 kg tragen kann. „Heute brauchen wir die zusätzlichen Gewichte nicht mehr“, meint Horst schmunzelnd. grando ist halt in jeder Hinsicht ein Unternehmen mit Gewicht in der Branche.
Der bsw gratuliert herzlich zum 100. Firmengeburtstag und wünscht Familie Granderath und grando nur das Beste – verbunden mit einem riesengroßen Dankeschön für das unvergleichliche Branchenengagement! Möge der Rollladen immer unbeirrt weiterrollen – so wie im Freibad Heiden-Reken, wo eins der ersten grando-Cover immer noch in Betrieb ist. Nach 38 Jahren Laufzeit musste mal der Rollladen ausgetauscht werden. Aber die Anlage an sich ist seit vielen Jahrzehnten unverwüstlich im Einsatz. Robert hätte dazu wahrscheinlich „kriegssicher“ gesagt.



